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Ende der Binding-Brauerei : Das Innerste Frankfurts

Einst größtes Sudhaus Europas: Im März 1968 war Einweihung bei Binding. Bild: dpa

Mit der Schließung der Binding-Brauerei im nächsten Jahr endet ein großes Kapitel der Frankfurter Wirtschaftsgeschichte. Die De-Industrialisierung schreitet voran.

          3 Min.

          Wieder verliert Frankfurt einen großen Namen. Die Metallgesellschaft, die De­gussa, Hoechst vor allem – Konzerne, die sich verflüchtigt haben; ein Industriepark im Westen der Stadt, so sehr er Frankfurt ziert, ist nicht dasselbe, wie es die Rotfabrik in Höchst einst war. Die Binding-Brauerei, deren Geschichte sich nun überraschend und rasch ihrem Ende nähert, zählt nicht weniger als diese Adressen zum Innersten dieser Stadt.

          Manfred Köhler
          Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Wer mehr als nur den nüchternen Blick darauf hat, dass es gilt, für die gerade noch 150 Mitarbeiter der Brauerei einen anderen Job oder einen gepflegten Übergang in den Ruhestand zu finden, der wird sentimental feststellen, dass nicht einfach nur ein weiterer Industriebetrieb verschwindet, sondern eine Ei­genart Frankfurts: eine riesige Brauerei in bester Lage, nicht irgendwo draußen vor der Stadt in einem gesichtslosen Gewerbegebiet, sondern umgeben von Wohn- und Bürogebäuden. Jeder Frankfurter kennt vom Vorbeifahren auf der Darmstädter Landstraße die stets be­leuchteten und glänzenden Kupferkessel, scheinbar den Zeitläuften trotzend. Nun nicht mehr. Es ist kein Zufall, dass Binding über mehr als ein Jahrhundert Sachsenhausen dermaßen dominierte.

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