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Billigkaufhauskette : Verdi befürchtet Aus für Woolworth

Insolvenzverwalter Ottmar Hermann und Gläubiger wollen die Übernahme der Deutsche Woolworth GmbH bis 30. April abschließen Bild: Rainer Wohlfahrt

Das Zeitfenster zur Übernahme der Frankfurter Billigkaufhauskette Woolworth schließt sich. Der Insolvenzverwalter hat unterschriebene Verträge mit Investoren, wartet aber noch auf eine Stellungnahme des Hauptvermieters Cerberus. Verdi befürchtet das Aus.

          Im Ringen um die Zukunft der Frankfurter Billigkaufhauskette Deutsche Woolworth schlägt die Gewerkschaft Verdi Alarm. „Bei uns liegen die Nerven blank angesichts des Verzichts, den die Beschäftigten im Zuge des Insolvenzverfahrens geleistet haben, und der Investitionen und des Konzepts, die der Insolvenzverwalter verwirklichen konnte“, sagte Verdi-Sekretär Johann Rösch, der den Fall Woolworth für die Arbeitnehmervertreter begleitet, dieser Zeitung mit Blick auf das nahende Ende der Übernahmefrist. Insolvenzverwalter Ottmar Hermann und Gläubiger wollen dem Vernehmen nach die Übernahme der Deutsche Woolworth GmbH bis 30. April abschließen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Hermann liegen unterzeichnete Verträge mit mehreren Investoren vor, die alle aus der Private-Equity-Branche kommen sollen. Laut Rösch hat sich aber Woolworth-Hauptvermieter Cerberus noch nicht für einen dieser Bieter entschieden. Der Gewerkschafter forderte den Finanzinvestor auf, „die Ampeln auf Grün zu schalten“.

          Insolvenzverwalter mahnt

          Der Verkauf von Woolworth steht unter Vorbehalt der Mitwirkung der Vermieter und besonders des Hauptvermieters. 82 der 161 Ladenlokale des „Familien-Discounters“ befinden sich im Besitz von Cerberus. Sollte der Finanzinvestor sich nicht alsbald positiv äußern, befürchtet Rösch die Liquidation der 4500 Mitarbeiter starken Kaufhauskette mit Sitz in Frankfurt-Niederrad. Denn Woolworth müsse die Ware für die Herbst- und Wintersaison ordern. Die Bestellungen hätten im Grunde schon ausgelöst werden müssen, gab der Gewerkschafter zu bedenken. Weiteres Zuwarten durch Cerberus berge die Gefahr, dass Woolworth nicht fortgeführt werde. „Das wäre völlig überflüssig, da es Investoren mit Konzepten gibt“, hob er hervor. Der Hauptvermieter müsse seiner hohen Verantwortung gerecht werden.

          Ein Sprecher Hermanns meinte dazu: „Wenn sich Cerberus nicht kurzfristig entscheidet, wird es immer wahrscheinlicher, dass Woolworth nicht mehr gerettet werden kann.“ Der Finanzinvestor wollte sich nicht zum Stand der Verhandlungen äußern. Ein Sprecher verwies jedoch auf frühere Aussagen, nach denen Cerberus den Verkaufsprozess stets konstruktiv unterstützt habe.

          Wie indes aus Verhandlungskreisen zu erfahren war, soll in letzter Minute ein sogenannter strategischer Investor aus der Handelsbranche aufgetaucht sein, mit dem der Hauptvermieter keine Probleme hätte. Allerdings gibt es keinen unterschriebenen Vertrag mit diesem Investor, wie es weiter hieß.

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