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Betriebsrat verklagt Autobauer : Eine Million Überstunden: Opel plant Neueinstellungen

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Will neue Mitarbeiter in der Entwicklung einstellen: Opel-Chef Demant Bild: ddp

Im Streit um eine Million Überstunden verklagt der Betriebsrat des Stammwerks Rüsselsheim den Autobauer Opel und fordert 650 neue Kollegen. Firmenchef Demant hält die Zahl für zu hoch, stellt aber Neueinstellungen in Aussicht.

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          Im Streit um eine Million Überstunden verklagt der Betriebsrat des Stammwerks Rüsselsheim den Autobauer Opel. Das Arbeitsgericht Darmstadt bestätigte den Eingang der Klage. Darin werde Opel aufgefordert, den Tarifvertrag einzuhalten und einen Ausgleich für geleistete Mehrarbeit zu schaffen. „Seit mehreren Monaten verhandeln wir ohne Einigung - so kann es nicht weitergehen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz.

          Der Betriebsrat fordert die Einstellung von 650 zusätzlichen Mitarbeitern - diese Zahl würde genau den geleisteten Überstunden entsprechen. Opel-Chef Hans Demant nannte die Forderung überzogen. Er kündigte aber an, es kämen noch neue Mitarbeiter in der Entwicklung dazu. Eine genaue Zahl wollte Demant nicht nennen.

          Erst 5000 Stellen abgebaut

          Die General Motors-Tochter hatte bei der Sanierung in den vergangenen Jahren in Rüsselsheim 5000 Stellen gestrichen, das Werk beschäftigt heute noch 18.500 Menschen. Zugleich erhielt das Technische Entwicklungszentrum von GM in Europa mit Sitz in Rüsselsheim den Zuschlag für die Entwicklung aller Mittelklasse- Fahrzeuge der GM-Marken (Insignia-Klasse) sowie der nächsten Generation von Kompaktwagen (Astra-Klasse).

          Demant sprach von einer Übergangszeit. „Die Anfangsphase ist naturgemäß besonders belastet“, sagte Demant der Deutschen Presse- Agentur dpa in Frankfurt. „2008 werden wir in der Lage sein die Mehrarbeit abzubauen.“ In etwa einem halben Jahr werde die Produktion des Insignia beginnen. „Es ist schade, dass man vor ein Gericht gezerrt wird, wenn man Arbeit nach Deutschland bringt“, sagte Demant.

          „Die Überstunden sind fast ausschließlich bei der Entwicklung angefallen“, sagte Franz. Viele der 7000 Ingenieure würden derzeit 70 Stunden pro Woche arbeiten. Der Betriebsrat verlangt für die Mehrarbeit einen finanziellen Ausgleich, freie Zeit sowie mehr Personal und die Übernahme der Auszubildenden.

          „Gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen“

          „Vor allem im Bereich der Entwicklungsabteilungen müssen wir an solche Lösungen denken, das ist eine ganz andere Situation als noch vor Jahren“, sagte der Arbeitsdirektor am Standort Rüsselsheim, Holger Kimmes. „Dabei sind auch Neueinstellungen durchaus ein Thema.“

          Außer den vorliegenden Notdiensten stimmte der Betriebsrat auf seiner Sitzung am Mittwoch keiner Mehrarbeit bis zum 7. Januar 2008 zu. Beschäftigte mit mehr als 100 Stunden im Gleitzeitkonto könnten nur noch im Rahmen ihrer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit sieben bis acht Stunden, aber nicht maximal zehn Stunden arbeiten. „Wir fordern die Geschäftsleitung auf, ihrer Fürsorgepflicht, dem Arbeits- und Gesundheitsschutz entsprechend den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen“, sagte Franz. Das Arbeitsgericht hat die Klagen gegen Opel und General Motors nach eigenen Angaben erhalten, aber noch kein Aktenzeichen vergeben.

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