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Beteiligungsmodell : Infraserv: Erster Partner für „Equity Lease“

Mit ihrem auf junge Firmen ausgerichteten Beteiligungsmodell „Equity Lease“ hat die Infraserv GmbH als Betreiberin des Industrieparks Höchst einen ersten Erfolg verzeichnet. Partner eine Firma aus der Brennstoffzellen-Branche.

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          Mit ihrem seit diesem Frühjahr bestehenden und auf junge Firmen ausgerichteten Beteiligungsmodell „Equity Lease“ hat die Infraserv GmbH als Betreiberin des Industrieparks Höchst einen ersten Erfolg verzeichnet: Die aus der Celanese AG hervorgegangene Firma Pemeas Fuel Cell Technologies ist der erste Vertragspartner bei „Equity Lease“. Die Infraserv überläßt im Rahmen des Modells vielversprechenden Unternehmen aus Chemie, Pharma oder Biotechnologie mietfrei Labor- und Büroflächen und übernimmt im Gegenzug Anteile an der Firma. Auf diese Weise beteiligt sich die Infraserv am unternehmerischen Risiko.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Hintergrund: In vielen Fällen ist der Weg von der Idee zur Produktion sehr lang und erfordert mehr Geduld, als Kapitalgeber aufbringen können. „Und gerade vor der Markteinführung sind Investitionen und ein den wachsenden Anforderungen entsprechendes Umfeld erforderlich. Ohne Eigenkapital kommt für viele junge Firmen genau in dieser Phase das Aus“, erläuterte Andreas Brockmeyer, Leiter des Standortmarketing der Infraserv. Nun hilft die Industrieparkbetreiberin nicht ganz uneigennütig. „Wir wollen in erster Linie innovative Firmen im Industriepark ansiedeln, um die große Attraktivität des Standortes zu erhalten und die hier vorhandenen Netzwerke zu intensivieren“, so Geschäftsführer Dr. Dieter Kreuziger.

          Infraserv: An langfristiger Beteiligung nicht interessiert

          Als Anteilseigner habe Infraserv Höchst natürlich ein großes Interesse am Erfolg des neu angesiedelten Unternehmens. Die Beteiligung, die mit einem Sitz im Aufsichtsrat oder dem Beirat des Unternehmens verbunden sei, könne etwa mit dem Rückkauf der Anteile oder einem Börsengang des neuen Unternehmens enden. „Infraserv Höchst ist nicht daran interessiert, langfristig an einer Vielzahl anderer Unternehmen beteiligt zu sein und die Firmenpolitik zu beeinflussen. Es gehe nur darum, die erste Phase eines neu gegründeten oder ausgegliederten Unternehmens zu begleiten und als Partner bestmöglich zu fördern. Wie ein Infraserv-Sprecher ergänzte, haben weitere Firmen ihr Interesse an „Equity Lease“ angemeldet.

          Für die Pemeas ist das Beteiligungsmodell attraktiv, weil die Firma im Industriepark sehr hochwertige Labor- und Produktionsflächen nutzen kann, wie ihr Geschäftsführer Horst-Tore Land auf Anfrage sagte. „Die Infrastruktur und die technische Unterstützung sind ausgezeichnet.“ Dazu komme die Nähe zum Frankfurter Flughafen, der sehr wichtig sei. Die Pemeas entwickelt im Industriepark Membran-Elektroden-Einheiten für Brennstoffzellen und stellt diese in einer Pilotanlage Höchst, die Energie aus einer Brennstoffzelle von Infraserv bezieht. Sie nutzt vor allem Laborräume. „Wenn wir das mit Anteilen an unserer Firma bezahlen können, ist das eine attraktive Konstellation für uns“, hob Land hervor.

          Außer der Infraserv sind auch die in Kronberg ansässige Celanese AG sowie einige Wagniskapitalgesellschaften an der Pemeas beteiligt, die zum 1. April aus der Celanese ausgegliedert worden ist und in Frankfurt 35 Mitarbeiter beschäftigt.

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