https://www.faz.net/-gzg-9pl5d

Alltag einer Bestatterin : „Ich drücke nicht auf die Tränendrüse – traurig sind die Leute so oder so“

Schreinerin, Finanzberaterin, Rednerin: die Bestatterin Anette Schmidt in Bad Vilbel Bild: Cornelia Sick

Auch in Hessen sterben jedes Jahr zehntausende Menschen. Bestattet werden sie meist von Fachleuten wie Anette Schmidt. Allerdings erlebt ihre Branche zurzeit einen tiefgreifenden Wandel. Zu Besuch bei einer Bestatterin.

          3 Min.

          Wie sich ein Toter anfühlt? „Kalt“, sagt Anette Schmidt lakonisch. Den Umgang mit Verstorbenen ist sie gewohnt. „Der Tod hat schon immer zu meinem Leben gehört“, sagt sie. Mit 17 Jahren hat sie zum ersten Mal eine Leiche abgeholt. Dreieinhalb Jahrzehnte später ist die gelernte Schreinerin Inhaberin der Pietät Schmidt in Bad Vilbel, die 1932 ihr Großvater Franz Schmidt mit seinem Bruder Adolf Schmidt gegründet hatte.

          Trotzdem lässt der Tod Schmidt nicht kalt. In der jüngsten Sommerhitze musste sie einen Toten abholen, der neun Tage unentdeckt in seiner Wohnung lag. „So einen Anblick habe ich noch nie erlebt“, sagt sie. Sie hätte ihn kaum anfassen können. Auch ihr Sohn Sven Ulrich spricht von der „schlimmsten Leiche“, die er je gesehen hat. Er unterstützt seine Mutter und setzt die Familientradition in fünfter Generation fort.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Arbeitgeber in Panik : Keiner kennt die Kosten der Grundrente

          1,5 Milliarden Euro könnten für die Grundrente womöglich nicht ausreichen, fürchten die Arbeitgeber. In der Union rumoren die Parlamentarier. Doch die Unions-Minister unternehmen keine hörbaren Anstrengungen mehr.