https://www.faz.net/-gzg-sglg

Benzinpreis : Ohne Bierkästen Kraftstoff sparen

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Getankt wird immer - auch wenn der Sprit so teuer ist wie lange nicht mehr. Allerdings lohnt sich ein Vergleich der Tankstellen: Die Literpreise variieren um bis zu acht Cent.

          So teuer war Kraftstoff seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr: Mit durchschnittlich 1,38 Euro für den Liter Super und 1,17 Euro für Diesel erreichten die Benzinpreise gestern den höchsten Stand seit September. Getankt wird im Rhein-Main-Gebiet aber zumeist wie eh und je - das sagen zumindest einige der Tankstellenbetreiber. Die Preise unterscheiden sich teilweise um bis zu acht Cent.

          „Wir bemerken keine großen Änderungen im Kundenverhalten“, sagt Rainer Dorsch, Pächter der Frankfurter Esso-Station an der Mainzer Landstraße. 70 bis 80 Prozent seiner Kunden seien Pendler und Geschäftsleute und könnten daher kaum Rücksicht auf die Kosten nehmen: „Die müssen fahren.“ Klagen will auch Heinz Müller nicht. „Wir haben Zulauf“, sagt der Inhaber der freien Tankstelle in Kelkheim. Immerhin lägen seine Preise immer einen Cent unter dem „Normalpreis“.

          Ferienzeit - der Spritpreis steigt

          Dennoch fragen sich Kunden, warum der Sprit in den vergangenen Wochen um bis zu zehn Cent teurer geworden ist. Viele Kunden glaubten, die Osterferien seien schuld daran, hat etwa eine Aushilfe einer Nidderauer Tankstelle bemerkt: „Die sagen, die Ferien seien jetzt mal wieder ein guter Anlaß für die Ölkonzerne, die Preise hochzutreiben.“ Eine Vermutung, die der Mineralölwirtschaftsverband in Hamburg nicht bestätigen will.

          „Die müssen fahren”

          Hauptgeschäftsführer Klaus Picard macht unter anderem die Vereinigten Staaten von Amerika verantwortlich, die vor Ostern rund eine halbe Million Tonnen europäisches Benzin gekauft hätten. Dieses fehle nun auf dem Markt. Vor allem aber der Atomstreit mit Iran und die damit verbundene Sorge um Rohöl-Lieferungen machten Treibstoffe teurer - das politische Risiko werde „eingepreist“, sagt Picard und meint: „Sonst hätten wir heute sehr moderate Preise.“

          Iran-Konflikt als Preistreiber

          Auch Christine Bauer vom ADAC Hessen-Thüringen sieht in dem Iran-Konflikt den Hauptgrund für den teuren Kraftstoff: Bis zu 1,419 Euro kostete gestern ein Liter Super in der Region - man konnte aber auch für 1,339 Euro Super tanken (siehe Grafik). Die Fahrer hätten nur zwei Möglichkeiten, sagt Bauer:

          Zum einen könne man natürlich Sprit sparen - für kurze Strecken auf das Auto verzichten, ohne Dachgepäckträger, leere Bierkästen oder anderen Ballast fahren und die Klimaanlage ausschalten. Zum anderen müsse man konsequent die billigste Tankstelle aussuchen und dann „auch mal auffüllen, wenn der Tank noch nicht leer ist“. Andere Chancen, sich zu wehren, sieht sie nicht: „Es ist das einzige, was einem bleibt.“

          Weitere Themen

          Gift im Herzen

          „Othello“ in Darmstadt : Gift im Herzen

          Dieses Drama kann man nicht nur als einen Text über Rassismus lesen: Am Staatstheater Darmstadt geht es in Shakespeares „Othello“ um den Kampf zwischen Gut und Böse.

          Topmeldungen

          Brexit-Treffen : Johnson blitzt bei Juncker ab

          Der britische Premierminister Johnson hatte Zuversicht verbreitet, doch seine Gespräche mit Kommissionschef Juncker blieben ohne konkretes Ergebnis. Das erste Treffen zwischen den beiden Politikern findet ein kurioses Ende.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.