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Bau der Nordwestlandebahn beginnt : Koch & Co setzen ersten Spatenstich - Gegner protestieren

Farbe bekennen und Bein zeigen: Finanzminister Weimar, Ministerpräsident Roland Koch, Frankfurts Stadtoberhaupt Petra Roth und Wirtschaftsminister Dieter Posch beim Spatenstich Bild: ddp

Der Ausbau des Frankfurter Flughafens um eine neue Landebahn wird nach Einschätzung von Flughafenchef Wilhelm Bender pünktlich bis 2011 abgeschlossen sein. Derweil zweifeln Ausbaugegner abermals Prognosen zum Luftverkehr an.

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          Der Bau der Nordwestlandebahn des Frankfurter Flughafens hat nun auch offiziell begonnen. Beim symbolischen ersten Spatenstich am Freitag im Kelsterbacher Wald sagte Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG: „Diese Bahn sichert die Zukunftsfähigkeit der größten Luftverkehrsdrehscheibe Deutschlands im internationalen Wettbewerb und sie sichert die wirtschaftliche Prosperität der gesamten Region.“

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
          Heike Lattka
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.
          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Der Frankfurter Flughafenbetreiber investiert in den Bau der vierten Piste des größten deutschen Flughafens und in ein drittes Terminal rund vier Milliarden Euro. Bender wies darauf hin, dass man dabei nicht auf Geld aus der Staatskasse zurückgreife und rund 70 Prozent der Investition in Form von Aufträgen der Region zugute komme.

          Nach der Erweiterung sind Fraport zufolge 700.000 Flugbewegungen im Jahr in Frankfurt möglich, zurzeit sind es 500.000. Mit dieser Kapazität sei Frankfurt gut gerüstet für die für 2020 in Frankfurt zu erwartenden 88 Millionen Fluggäste. Bender geht davon aus, dass die Landebahn wie geplant 2011 in Betrieb genommen werden kann.

          Derweil protestierten Ausbaugegner am Absperrzaun, flankiert von Polizisten
          Derweil protestierten Ausbaugegner am Absperrzaun, flankiert von Polizisten : Bild: dpa

          Koch: „Historischer Tag für die Rhein-Main-Region und Hessen“

          Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sprach von „einem historischen Tag für die Rhein-Main-Region und Hessen“. Für die Landesregierung habe das Projekt oberste Priorität, die Entscheidung für den Ausbau sei eine „Generationenentscheidung“. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der Frankfurter Flughafen mit der Erweiterung die Chance habe, erfolgreich mit den anderen großen Luftverkehrsdrehkreuzen der Welt zu konkurrieren.

          „Wenn wir die Kapazität anbieten, haben wir die besten Chancen“, sagte Koch weiter. Wenn Frankfurt mangels Kapazität nicht die von den Fluggesellschaften nachgefragten attraktiven Zeitfenster für Starts und Landungen anbieten könne, suchten sich Passagier- und Frachtströme eben andere Wege. Der gerade aus dem Mittleren Osten zurückgekehrte Ministerpräsident wies darauf hin, dass beispielsweise die Verbindungen von Amerika nach China nicht zwingend über Europa laufen müssten, sondern ebenso gut via Dubai abgewickelt werden könnten.

          Für die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) ist das Wohlergehen der Stadt unauflösbar mit dem wirtschaftlichen Erfolg des Flughafens verknüpft. „Wenn es dem Flughafen Frankfurt gut geht, geht es auch der Stadt Frankfurt gut“, sagte sie.

          Derweil bezeichnete der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den symbolischen Baubeginn der Nordwestlandebahn als „Trauerspiel“. In einer Mitteilung äußerte der BUND die Hoffnung, dass am Ende des noch anhängigen juristischen Verfahrens doch noch eine Entscheidung gegen den Ausbau stehen könnte. Zum anderen sei angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise fraglich, welchen Wert die früheren Wachstumsprognosen nun noch hätten. Ähnlich argumentierte Frank Kaufmann, Flughafenexperte der Grünen im hessischen Landtag, in einer Reaktion auf den Spatenstich: „Der heutige Baubeginn der Nordwest-Landebahn im ehemaligen Kelsterbacher Wald findet auf juristisch schwankendem Boden statt. Obwohl die Nachfrage nach Flügen weltweit stark rückläufig ist und die vorhandenen Slots gar nicht mehr alle ausgenutzt werden, kann Fraport es nicht abwarten, den Beton anzurühren“, äußerte Kaufmann.

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