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Erneuerbare Energien : BASF Fuel Cell stellt in Höchst ein und investiert

Handlich: Brennstoffzelle von Ultracell mit Membran von Pemeas aus Höchst Bild: Ultracell

Der Mutterkonzern hat 2007 mit Bestwerten bei Umsatz und Ertrag abgeschlossen - und auch die BASF Fuel Cell GmbH im Industriepark Höchst spürt anhaltenden Aufwind. Sie stellt ein und investiert kräftig.

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          Der Mutterkonzern hat das vergangenen Jahr mit Bestwerten bei Umsatz und Ertrag abgeschlossen – und auch die BASF Fuel Cell GmbH im Industriepark Höchst spürt anhaltenden Aufwind. Hinter dieser Tochterfirma des Ludwigshafener Chemieriesen steckt vor allem die ehemalige Pemeas Fuel Cell Technologies GmbH, die aus der Hoechst AG und dem Chemiekonzern Celanese AG hervorgegangen war und deren Brennstoffzellengeschäft weiterbetrieben hat. Die Pemeas zählt seit Ende 2006 zur BASF-Familien und kann auf mehr als 20 Forscher des Mutterkonzerns bauen, die sie in der Forschung unterstützen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie ein Sprecher von BASF Fuel Cell dieser Zeitung sagte, hat die gut 60 Beschäftigte Gesellschaft in den vergangenen zwölf Monaten ein halbes Dutzend neuer Mitarbeiter eingestellt und sucht weiter Ingenieure, um die Produktion in Höchst auszuweiten. Dort stellt das Unternehmen sogenannte Membran-Elektroden-Einheiten her, die das Herz einer Brennstoffzelle darstellen. Dort spielt sich jene elektrochemische Reaktion ab, bei der fast geräuschlos und ohne schädliche Abgase auszustoßen Strom und Wärme aus Wasserstoff und Luft erzeugt werden. Da die Höchster Membranen höhere Temperaturen als Produkte von Mitbewerbern vertragen, sieht die Gesellschaft einen Wettbewerbsvorteil auf ihrer Seite.

          Erstes Ladegerät mit Höchster Produkt

          Die höhere Betriebstemperatur gestattet es, die Brennstoffzelle vergleichsweise klein zu bauen. Auch beansprucht der Betrieb, kostengünstiger zu sein als die Konkurrenz. Diese Pemeas-Entwicklung passte zum Ludwigshafener Konzern, da sich die BASF Future Business GmbH selbst schon mit innovativen Speichermedien für Wasserstoff und einer Membran-Elektroden-Einheit für kleine, tragbare Brennstoffzellen beschäftigt hatte.

          Die BASF Fuel Cell muss in Höchst die Produktion ausweiten, weil sogenannte Schlüsselkunden in der Frage, wie sie Membran-Elektroden-Einheiten in ihren Geräten einsetzen können, Fortschritte erzielt haben: So laufen Feldversuche in größerem Stil, wie der Sprecher sagte. Zudem bringe die kalifornische Firma Ultracell ein Ladegerät, in das die Membran-Elektroden-Einheit aus Höchst eingebaut werde, in Amerika auf den Markt; dieses Gerät könne auch Energiequelle für Laptops verwendet werden.

          Keine genauen Umsatzzahlen

          In den Vereinigten Staaten baut BASF Fuel Cell auch eine neue Produktion nach Höchster Vorbild auf, um den dortigen Markt zu bedienen. Zu diesem Zweck investiert das Unternehmen einen hohen einstelligen Millionenbetrag. Dessen ungeachtet werde das Unternehmen in absehbarer Zeit eine weitere Produktionsstätte bauen – ob in Höchst oder andernorts, sei noch nicht entschieden.

          Wie der Sprecher weiter sagte, sind im Jahr 2007 im Zuge der steigenden Nachfrage auch die Erlöse geklettert. Genaue Zahlen nannte er zwar nicht, sagte aber, die Höhe des Zuwachses entspreche den von Pemeas vor der Übernahme durch BASF genannten Zielen. Pemeas hatte 2005 rund 1,4 Millionen Euro erlöst, für 2006 mit vier Millionen Euro Umsatz gerechnet und geplant, künftig ähnlich stark zu wachsen. Der Sprung über die Gewinnschwelle war für 2008 anvisiert.

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