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Banken : Metzler ist optimistisch und stellt wieder ein

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"2003 war ein Metzler-Jahr", sagt Privatbankier Friedrich von Metzler und meint damit, daß das Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co. gezeigt habe, daß es auch schwierige Zeiten an den Kapitalmärkten mit "relativ moderaten Anpassungen" meistern könne.

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          "2003 war ein Metzler-Jahr", sagt Privatbankier Friedrich von Metzler und meint damit, daß das Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co. gezeigt habe, daß es auch schwierige Zeiten an den Kapitalmärkten mit "relativ moderaten Anpassungen" meistern könne. Metzler habe als eine von wenigen Banken bei niedrigeren Kosten das Provisionsergebnis halten können. Die ersten Monate des neuen Geschäftsjahrs seien sogar so gut verlaufen, daß man in etwa wieder die Kennzahlen der Boom-Jahre erreicht habe. Während die Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr konstant bei 558 gelegen habe, stelle die Privatbank in diesem Jahr wieder ein und wolle bis zum Jahresende 590 Beschäftigte haben. Bei 567 sei man schon angelangt, sagte Metzler.

          In diesem Jahr werde die Bank ihren 330. Geburtstag feiern, sagte der Privatbankier. Damit ist sie nach Unternehmensangaben die älteste deutsche Privatbank, die durchgehend im Familienbesitz war. Noch heute sind ausschließlich sechs Aktionäre aus dem Familienkreis der Metzlers an der Bank beteiligt. Veränderungen gebe es nur jeweils durch den Generationswechsel, der langfristig vorbereitet werde.

          Als Berater bei Übernahmen ("Mergers & Acquisitions") hat Metzler seine wichtige Funktion behauptet. Die Privatbank habe an 26 Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 4,4 Milliarden Euro mitgewirkt und belegte damit in Deutschland Platz drei nach der Deutschen Bank und Goldman Sachs. Zu den Transaktionen gehörten etwa der Verkauf der Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH, die Privatisierung von Wohnungsbauvermögen des Landes Rheinland-Pfalz, der Verkauf der Feuersozietät Berlin/Brandenburg und der Verkauf der Dan-Cake-Gruppe durch die Großbäckerei Kamps. In diesem Jahr seien bis jetzt elf Transaktionen abgeschlossen worden. Die Bilanzsumme stieg 2003 leicht von 1,53 Milliarden auf 1,58 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuß wurde bei 83 Millionen Euro gehalten. Der für das Metzler-Geschäft im Vergleich zu den Provisionen weniger wichtige Zinsüberschuß ging von 25 auf neun Millionen Euro zurück. Der Jahresüberschuß betrug 2,4 Millionen Euro. Dieser Wert entspricht in etwa dem des Vorjahres. Die nicht börsennotierte Privatbank veröffentlicht traditionell kein Betriebsergebnis. Der ausgewiesene Jahresüberschuß in stets ähnlicher Größenordnung orientiert sich an der fast gleichbleibenden (vergleichsweise niedrigen) ausgeschütteten Dividende. Einen Großteil der Erträge belassen die Eigentümer als stille Reserven in der Bank.

          Außergewöhnlich hoch war im abgelaufenen Geschäftsjahr die Steuerposition. Die Bank zahlte 14,8 Millionen Euro nach 2,7 Millionen Euro im Vorjahr. Zur Begründung hieß es unter anderem, die umstrittene rückwirkende Gesetzesänderung der Fondsbesteuerung habe zu hohen Aufwendungen geführt, außerdem habe die Bank in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung bereits Steuerzahlungen auf Erträge berücksichtigt, die im vorliegenden Jahresabschluß noch keine Berücksichtigung fänden.

          Die Vermögensverwaltung "Metzler Asset Management" hat nach Bankangaben ihr Fondsvolumen im Jahr 2003 um mehr als 30 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro gesteigert. Der größte Wachstumsmotor sei hier die betriebliche Altersvorsorge gewesen. Metzler bietet dazu unter anderem eine überbetriebliche Treuhandlösung an, den "Metzler Trust e.V.", bei dem die Altersvorsorge über einen unabhängigen Verein geregelt wird. Zu den Kunden für solche Lösungen gehören unter anderen die Deutsche Börse AG, die Boston Consulting Group und die Henkel KGaA. CHRISTIAN SIEDENBIEDEL

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