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Rheingauer Kreditinstitut : 7,5 Prozent Dividende für die Genossen

16.000 Mitglieder stark: Rheingauer Volksbank Bild: Michael Kretzer

Wo bekommen Anleger in diesen Tagen eine Dividende von 7,5 Prozent? Antwort: Von ausgewählten Unternehmen an der Börse - und der Rheingauer Volksbank.

          Sein Einstand hätte kaum besser ausfallen können: Bei seiner ersten Bilanzvorstellung hat der neue Vorstandsvorsitzende der Rheingauer Volksbank, Andreas Zeiselmaier, durchweg positive Zahlen vorgelegt. Das genossenschaftliche Kreditinstitut mit Sitz in Geisenheim im Rheingau-Taunus-Kreis hat im Jahr 2017 einen Zuwachs bei den Kundenkrediten um die Rekordsumme von 45,4 Millionen Euro auf jetzt 612,7 Millionen Euro verzeichnet. Die Bilanzsumme kletterte um 5,5 Prozent auf 881,4 Millionen Euro. Damit setzte die Volksbank das Wachstum der vergangenen Jahre fort.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Zum Jahresende 2017 nahm sie zudem die Schwelle von einer Milliarde betreuter Kundengelder. Neue Kredite wurden über die Summe von 183 Millionen Euro zugesagt. Zusammen mit den Krediten ergibt sich ein Kundenvolumen von 1,6Milliarden Euro, fast 100 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

          Hohe Kernkapitalquote

          Die 16.000 Mitglieder der Genossenschaft können sich deshalb über eine unverändert hohe Dividende von 7,5 Prozent im Jahr auf ihren Geschäftsanteil freuen. Jeder Kunde, auch ein Verein und eine Firma, kann maximal einen Geschäftsanteil für 150 Euro erwerben. Für die Bank ist diese vergleichsweise hohe Ausschüttung leicht stemmbar, weil für sie nur knapp 300.000 Euro des Jahresüberschusses von 2,4 Millionen Euro aufgewendet werden müssen. Der Löwenanteil wird für die Stärkung des Eigenkapitals auf jetzt 84,3 Millionen Euro verwendet.

          Die neue Kernkapitalquote gibt Vorstand Zeiselmaier mit 13,6 Prozent an. Vorgeschrieben sind mindestens acht Prozent. Das Erfolgsgeheimnis der auf ihre Selbständigkeit bedachten Bank ist für Zeiselmaier die Kundennähe. Dass die Bank dabei erfolgreich ist, lässt sich seiner Ansicht nach mit 1000 neuen Genossenschaftsmitgliedern belegen, die 2017 Anteile an der Bank gezeichnet haben.

          „Banking Rheingauer Art“

          Im Gegensatz zu anderen Kreditinstituten in der Rhein-Main-Region ist für die Volksbank trotz des Trends zum OnlineBanking das Filialnetz bislang sakrosankt. Es ist sogar durch ein neues Beratungszentrum in Eltville erweitert worden, und die Bank steckt viel Geld in die Modernisierung bestehender Standorte oder deren Verlagerung an zentralere Orte. Hunderte neuer Kunden seien dadurch gewonnen worden. Die Zahl von 170 Mitarbeitern in den 24 Geschäftsstellen werde sich eher erhöhen als verringern, kündigte Zeiselmaier an. Kundenbefragungen hätten einen großen Wunsch nach persönlicher Beratung ergeben. Konten bei der Rheingauer Volksbank kosten zwischen nullEuro (Online-Konto) und 6 Euro im Monat, der Dispozins liegt bei 8,85 Prozent. Damit ist sie günstiger als andere Volksbanken in der Region.

          Auch in der Niedrigzinsphase sei die Volksbank als „sicherer Hafen“ für Geldanlagen geschätzt. Negativzinsen hätten die rund 30.000 Volksbank-Kunden vorerst nicht zu fürchten. Auch das sei Ausdruck der Kundennähe und der Verbundenheit mit der Region und steht laut Zeiselmaier für „Banking Rheingauer Art“.

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