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: Aventis: Kündigungen ausgeschlossen - Stellenabbau nicht

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Fünf Tage nach dem Schock vom Abend des 25. April, als Sanofi-Synthelabo den Übernahme-Poker um Aventis gewinnt, bekommen die etwa 9000 Mitarbeiter von Aventis Deutschland eine erste halbwegs beruhigende ...

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          Fünf Tage nach dem Schock vom Abend des 25. April, als Sanofi-Synthelabo den Übernahme-Poker um Aventis gewinnt, bekommen die etwa 9000 Mitarbeiter von Aventis Deutschland eine erste halbwegs beruhigende Nachricht: Bis Ende 2007 wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, das haben Geschäftsleitung und Gesamtbetriebsrat vereinbart. Einen Stellenabbau schließt jene "personal- und sozialpolitische Rahmenvereinbarung", die dieser Zeitung vorliegt, gleichwohl nicht aus. Der Frankfurter Betriebsratsvorsitzende Michael Klippel räumt denn auch ein, daß die Arbeitnehmervertretung dies im Gegenzug für den Ausschluß betriebsbedingter Kündigungen hinnehmen mußte.

          Zunächst einmal warte man die Entscheidung der Eigentümer, der Aktionäre, ab, sagte ein Aventis-Sprecher dazu. Entschieden die sich dafür, auf das Angebot von Sanofi einzugehen, nähmen "Integrationsteams" die Arbeit auf, um aus zwei Konzernen einen zu formen. Und erst dann seien Aussagen über den weiteren Verlauf möglich. Im Moment habe man das Tagesgeschäft weiterzuführen. Verpflichtungen, die einen neuen Eigentümer zusätzlich binden würden, werde man zur Zeit nicht eingehen, so der Sprecher weiter.

          Die Rahmenvereinbarung zwischen der Geschäftsführung von Aventis Deutschland und dem Gesamtbetriebsrat widerspreche dem nicht, sie stehe keineswegs in direktem Zusammenhang mit dem Pariser Übernahmebegehren, sondern sei vielmehr schon seit dem vergangenen Jahr verhandelt worden, äußerte der Aventis-Sprecher. Sein Haus und Sanofi-Synthelabo seien bis auf weiteres zwei voneinander unabhängige Unternehmen.

          Gleichwohl ist in der Präambel der Rahmenvereinbarung von Aventis Deutschland und dem Gesamtbetriebsrat der Hinweis auf ein "Memorandum of Understanding" eingefügt worden, das Aventis und Sanofi-Synthelabo an jenem Abend des 25. April vereinbart hatten. Für den Fall einer Übernahme sollten darin enthaltene Zusicherungen zur Standorterhaltung in Frankfurt die Rahmenvereinbarung ergänzen, heißt es in der Präambel.

          Daß mit einem Abbau von Arbeitsplätzen im neu entstehenden Konzern Sanofi-Aventis mit zur Zeit zusammen etwa 102000 Beschäftigten zu rechnen ist, dafür sprechen zum einen die Synergie-Erwartungen des Sanofi-Präsidenten Jean-Francois Dehecq, die er mit 1,6 Milliarden Euro beziffert hat, und zum anderen der Umstand, daß er - unter Druck der französischen Regierung - sein Übernahmeangebot deutlich von etwa 48 Milliarden auf 55,3 Milliarden Euro erhöhen mußte. Die französische Chemiegewerkschaft CFTC befürchtet für den Fall einer Fusion von Aventis und Sanofi gar einen Verlust von 10000 bis 12000 Arbeitsplätzen. Meldungen, wonach in Deutschland bis zu 3000 Stellen betroffen sein könnten, wies Heinz-Werner Meier, Aventis-Personalvorstand und Geschäftsführer der Aventis Deutschland, als "völlig aus der Luft gegriffen" zurück.

          Gleichwohl bietet die Rahmenvereinbarung für Aventis Deutschland der jetzigen und einer künftigen Führung einigen Raum, um Stellen abbauen und so die Personalkosten senken zu können. Beispielsweise ist unter Punkt 3.1 der Vereinbarung, gleich nach der Zusicherung, in den nächsten dreieinhalb Jahren keinen Mitarbeiter betriebsbedingt zu kündigen, festgehalten, daß "Personalabgänge durch Fluktuation - einschließlich durch Altersteilzeit" nicht mehr ersetzt werden müssen. Unter Punkt 4 ist geregelt, daß Mitarbeitern, "deren Arbeitsplatz wegfällt, ohne daß eine Möglichkeit der Versetzung besteht", angeboten wird, das Arbeitsverhältnis aufzulösen und in einem Aufhebungsvertrag eine Abfindungszahlung zu vereinbaren.

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