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Protest bei Opel : Autokorso für Arbeitsplätze

  • -Aktualisiert am

Nett anzusehen: Der Autocorso vor dem Rüsselsheimer Opelwerk. Bild: Marcus Kaufhold

Ein Tiefpunkt im Verhältnis zwischen Belegschaft und Geschäftsführung: An den Opel-Standorten in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach protestierten die Mitarbeiter für „ein tragfähiges, belastbares Konzept“ zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

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          Wie am Fließband sind Opel aller Art am Dienstagnachmittag von den Werksparkplätzen auf die Straßen der Autostadt gerollt. Doch es war keine Leistungsschau, um in Rüsselsheim neue Modelle zu präsentieren, sondern eine von Dauerhupen begleitete Protestaktion der Belegschaft. Man wolle „ein Zeichen gegen die permanenten Drohungen des Opel- und PSA-Managements“ setzen, ließ die IG Metall als Ausrichter eines am Ende unerwartet langen Autokorsos wissen.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Von einem „Tiefpunkt“ im Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Geschäftsleitung sprach Betriebsratsmitglied Antonio Petruzzi, der vor Tor 60 mit dazu beitrug, den Protest der Kollegen in geordnete Bahnen zu lenken. Von mehreren Startpunkten aus begaben sich wohl rund 3000 Teilnehmer in ihren Fahrzeugen auf den Rundkurs, der in großem Bogen einmal ums Adam-Opel-Haus führte. „Zukunft nur mit uns – Hände weg vom Kündigungsschutz“ lautete ihre zentrale Botschaft. Schließlich fürchten unter anderem die Gewerkschaften, dass die Unternehmensführung die Pandemie dazu nutzen könnte, gegen die Vereinbarungen des „Zukunftstarifvertrags“ zu verstoßen; und im nächsten Jahr doch betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen.

          Bisher ist vereinbart, dass sich der Autobauer von bis zu 2100 Beschäftigen trennen darf, wenn es ihm gelingt, dies etwa durch Vorruhestandsregelungen, Altersteilzeit oder freiwillige Aufhebungsverträge zu regeln. „Das durchzurechnen und zum Beispiel mit der Rentenkasse zu besprechen, braucht aber auch Zeit“, sagte ein Betroffener, der von „enormen Druck“ und einer vom Management aufgebauten „Drohkulisse“ berichtete.

          Nicht nur in Rüsselsheim, wo sich dem Protest auch Beschäftigte des Entwicklungsdienstleisters Segula anschlossen, sondern auch in Kaiserslautern und Eisenach machten „Opelaner“ am Dienstag deutlich, dass sie auf „ein tragfähiges, belastbares Konzept zum Erhalt ihrer Standorte warten – mit Perspektiven für sichere Arbeitsplätze“.

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