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Aus dem Frankfurter Geschäftsleben : Auf und zu, von hier nach dort

Wieder da: Rena Lange. Bild: Dieter Rüchel

Tiffany und Bailly Diehl zieht es an den Flughafen. Rena Lange zieht es nicht zurück an die Goethestraße. Ganz weggezogen ist Herrenausstatter Pal Zileri. Mal wieder umgezogen ist Souvenir Frankfurt.

          Tiffany für Transit-Reisende

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Juwelier Tiffany hat in dieser Woche am Flughafen-Terminal 1 eine Filiale mit Öffnungszeiten zwischen 6 und 22 Uhr eröffnet. Allerdings liegt das Geschäft auf der nicht öffentlichen Seite, dort wo Passagiere die Wartezeit bis zum Weiterflug auch mit Einkaufen überbrücken. Nach der Goethestraße ist der Flughafen-Store das zweite Tiffany-Geschäft in Rhein-Main, und die sechste Filiale in Deutschland. Auf rund 90 Quadratmetern zeigt der Luxusanbieter nach eigenen Angaben annähernd das gesamte Sortiment: klassische Diamanten sowie Schmuckstücke aus Platin, Gold und Sterling Silber sowie Uhren, Accessoires und Geschenkartikel.

          Bailly, die Zwanzigste

          Große Hoffnung auf „Internationalität und Frequenz“ am Flughafen setzt auch der Hanauer Modefilialist Bailly Diehl, der dort kürzlich einen Laden am Terminal 1, in diesem Fall auf der öffentlichen Seite, eröffnet hat. Es ist seine dreizehnte Filiale (200 Quadratmeter) im Rhein-Main-Gebiet. Zusammen mit den sechs sogenannte Mono-Stores (Timberland, George Gina & Lucy), die Bailly Diehl betreibt, sind es jetzt 20 Läden. Zu den Labeln zählen neben den hauseigenen Marken unter anderem Reptile‘s House und Drykorn. Zielgruppe sind Frauen und Männer im Alter zwischen 25 Jahren und Ende vierzig, die bereit sind, Geld auszugeben, „aber nicht immer an die Schmerzgrenze gehen möchten“, wie der Firmenchef Michael Bailly im vergangenen Jahr im Gespräch mit dieser Zeitung sagte. Seine Tochter ist im Übrigen Mitbegründerin des inzwischen weltweit angesagten Taschen-Labels George Gina & Lucy. Die Taschen werden auch in Bailly-Boutiquen verkauft.

          Rena Lange zurück

          Vor einem Jahr hatte sich Rena Lange von der Goethestraße verabschiedet. Die Kosten für die relativ kleine Fläche seien sehr hoch gewesen, hieß es damals. Fans des Münchner Luxus-Labels mussten seitdem bis nach Mannheim fahren. Im Januar hieß es: „Wir arbeiten daran, schnellstmöglich wieder einen Shop in Frankfurt zu eröffnen.“ Den gibt es seit kurzem an der Hochstraße, quasi um die Ecke der Goethestraße neben dem neuen Maßkonfektionär Scabal. Mit 180 Quadratmetern ist die Filiale deutlich größer als die bisherige. „Am neuen Standort erwarten wir uns insgesamt eine wirtschaftlich bessere Performance“, heißt es. Neu ist, dass die Filiale von zwei Franchisenehmern geführt wird.

          Pal Zileri fort

          Viel tut sich zurzeit an der Kaiserstraße und quasi in Verlängerung dazu am Roßmarkt. Vorne bei der EZB zeigt jetzt das Einrichtungshaus Frick Designermöbel und schräg gegenüber nimmt die Firma Kuhn seit kurzem Maß für Anzüge und Hemden. Nach vorne hin ist auch einiges in Bewegung. Neben Strauß Innovation hat die Struwwelpeter-Apotheke eine zweite Filiale aufgemacht. Die Tchibo-Filiale gegenüber wurde dagegen geschlossen – wegen der Nähe zu einem anderen Tchibo-Geschäft, wie es auf Anfrage heißt. Bereits eingezogen ist das Herrenmode-Label Linus, das sich wie Frick wegen der Neuentwicklung der Ladenzeile am Goetheplatz, neue Flächen in Frankfurt suchen musste. Die zur Holzer Berlin GmbH gehörende Marke für „stilvolle Businessmode zu bezahlbaren Preisen“ ist nach eigenen Angaben mit acht Shops und drei Outlets auf dem deutschen Markt vertreten. Ein anderer Herrenausstatter, das hochpreisige italienische Label Pal Zileri, hat sich derweil am Rossmarkt stumm verabschiedet. Wie zu hören ist, wird der Nachmieter ebenfalls ein „Textilanbieter im gehobenen Bereich“ sein.

          Zank um Zschuckelt

          Eine neue Bleibe muss sich Andreas Schober, Inhaber des Zigarrenhauses Zschuckelt suchen, das seit 1911 an der Schweizer Straße eine bekannte Adresse für Raucher ist. Der zum 1. Oktober auslaufende Mietvertrag wurde nicht verlängert, die kleine Verkaufsfläche wird mit der einer benachbarten Boutique zusammengelegt. Ein mittelständisches Unternehmen wird hier nach Auskunft des Vermieters ein Geschäft für Herren-Bekleidung eröffnen. Schober hatte den Tabakladen, in dem es keine gewöhnliche Kiosk-Ware gibt – auch Frankfurter Prominenz kauft hier ein und spielt Lotto –, erst vor viereinhalb Jahren samt Inneneinrichtung übernommen. Seinem Vermieter, einem Anwalt, wirft der Österreicher vor, dass dieser ihm bereits in einem mündlichen Gespräch und per Handschlag die Verlängerung des Mietvertrages zugesagt habe und dann plötzlich umgeschwenkt sei. Nach Angaben des Vermieters hat es so eine Vereinbarung jedoch nicht gegeben. Die Pläne seien von Anfang an darauf abgestellt gewesen, beide Ladenflächen zusammen zu vermieten. In den Streit hat sich sogar Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) eingemischt, scheiterte aber mit seinem Schlichtungsversuch.

          Vom Bahnhof in die Zeilgalerie

          Mit Umzügen kennen sich die Macher von Souvenir Frankfurt aus. Schon mehrmals haben Jürgen Zeller, Judith Hartnack und Virginia Schultheis die Kartons gepackt, um mit ihrem Andenkenladen von einem Ort zum anderen in der Stadt zu ziehen. Zuletzt gelandet waren sie in der Kaiser Passage im Bahnhofsviertel – das war nach Ansicht des Trios genau der richtige Ort für das Ladenkonzept. Danach ist Souvenir Frankfurt nicht nur Andenkengeschäft, sondern auch Plattform für Künstler und Designer sowie Startpunkt für außergewöhnliche Stadtführungen. „Wir fanden den Ort spannend“, sagt Judith Hartnack. Das fanden Touristen und Frankfurter offenbar nicht. „Wir hatten zu wenig Laufkundschaft.“ Mit einem Konzept für ein anderes Laden-Management mit mehr Licht und einladenderen Zugängen konnten sich die Andenkenverkäufer bei den Verantwortlichen jedoch nicht durchsetzen. Daher bewarben sie sich bei der Stadt für eine günstige Zwischennutzung von Räumen in der Zeilgalerie. Das ist nicht gerade der Ort, wo man kreative Menschen aus dem Bahnhofsviertel vermutet. Aber immerhin stehen hier 430 Quadratmeter zur Verfügung. Eröffnung ist an diesem Freitag.

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