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Arbeitsmarkt : Kaum Hoffnung auf deutlich weniger Arbeitslose in Hessen

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In Arbeits-Agenturen werden weiter Tausende Wartemärkchen gezogen Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die Bundesagentur für Arbeit in Hessen erwartet in diesem Jahr keine durchgreifende Belebung am Arbeitsmarkt im Land. „Es wird kein gewaltiger Abbau sein“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Wolfgang Forell.

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          Die Bundesagentur für Arbeit in Hessen erwartet in diesem Jahr keine durchgreifende Belebung am Arbeitsmarkt im Land. „Ich rechne nur mit einem geringfügigen Abschmelzen der Arbeitslosigkeit, es wird kein gewaltiger Abbau sein“, sagte der Chef der Regionaldirektion, Wolfgang Forell, am Mittwoch in Frankfurt bei der Präsentation des Jahresausblicks.

          Im vergangenen Jahr waren im Schnitt 297.000 Menschen in Hessen als arbeitslos registriert und damit so viele wie nie zuvor in der Geschichte Hessens. Im Vergleich zu 2004 waren es 18,3 Prozent mehr - wobei der starke Anstieg vor allem auf die erstmalige Erfassung von früheren Sozialhilfeempfängern im Rahmen der Hartz-IV-Reform zurückzuführen ist.

          20.000 Voll- und Teilzeitstellen gestrichen

          Nach Einschätzung von Forell wird die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs dieses Jahr weiter sinken. Er hoffe, daß dies durch Mini-Jobs oder die staatlich geförderte Selbstständigkeit kompensiert werde. Diese Entwicklung habe sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet: „Es hat eine Erosion des Normalarbeitsverhältnisses stattgefunden.“ Allein 2005 seien 20.000 Voll- und Teilzeitstellen in Hessen verlorengegangen.

          Die Reform der hessischen Arbeitsverwaltung ist nach Ansicht von Forell auf dem richtigen Weg. In allen 13 hessischen Agenturen seien zum Beispiel moderne Kundenzentren eingerichtet worden. Beratungs- Termine würden nun sorgfältig vorbereitet und geplant. Viele Anträge könnten bereits am gleichen Tag entschieden werden. „Warteschlangen in den Agenturen gibt es nicht mehr“, sagte Forell.

          Neue Stellen für Arbeitsvermittler

          Für 2006 wurden 100 zusätzliche Vermittler-Stellen geschaffen, um die Betreuung der Arbeitslosen und auch der Arbeitskräfte suchenden Arbeitgeber zu verbessern. Insgesamt waren in der Bundesagentur sowie in den gemeinsam mit den Kommunen geschaffenen Arbeitsgruppen im vergangenen Jahr rund 4250 Menschen beschäftigt.

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