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Arbeitsmarkt : Arbeitslosigkeit sinkt weiter - Quote aber höher als vor einem Jahr

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Die Arbeitslosigkeit in Hessen ist im November gegen den zum Winter üblichen Trend leicht zurückgegangen. Die Quote sank im Vergleich zum Oktober von 9,5 auf 9,4 Prozent. Ein Grund ist die gestiegene Zahl an Stellenangeboten.

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          Die Arbeitslosigkeit in Hessen ist im November gegen den zum Winter üblichen Trend leicht zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Oktober von 9,5 auf 9,4 Prozent, teilte die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Frankfurt mit. Im November suchten noch 287.605 Frauen und Männer eine neue Stelle, das waren 1,0 Prozent oder 3.039 Personen weniger als im Vormonat. Normalerweise steigt die Zahl der Arbeitslosen zu dieser Jahreszeit wegen Entlassungen in Außenberufen wie dem Baugewerbe oder der Landwirtschaft um 1.000 bis 2.000.

          Als Grund für den Rückgang in diesem Jahr nannte die Behörde eine bessere Vermittlung im Zuge der Arbeitsmarktreformen und das größere Angebot an Jobs. Eine generalle Trendwende sei aber noch nicht erkennbar. Im Vergleich zum Vorjahr mit einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent ist aber immer noch ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen, der vor allem auf die Hartz-IV-Reform und die zusätzliche Zählung erwerbsfähiger Sozialhilfeempfänger zurückzuführen sei.

          Zwei Fünftel mehr offene Stellen

          Erste Erfolge gab es laut BA bei der Vermittlung junger Arbeitsloser. Die Zahl der Arbeitssuchenden unter 25 Jahren ging um 4,9 Prozent (1818) auf 35 496 zurück. Nach der Ausbildung konnten mehr junge Menschen einen Job finden oder eine Qualifizierung und Berufsvorbereitung beginnen. Allerdings sind immer noch 6800 (23,7 Prozent) mehr Jugendliche ohne Beschäftigung als vor einem Jahr.

          Deutlich verbessert hat sich im Herbst das Angebot offener Stellen, wie die Regionaldirektion berichtete. Zwar gab es einen leichten Rückgang gegenüber Oktober, doch mit 14.232 offenen Stellen lag das Angebot um mehr als zwei Fünftel über dem Vorjahresniveau. Selbst ohne die geförderten Ein-Euro-Jobs ergebe sich noch ein Zuwachs von mehr als einem Drittel. Vor allem Zeitarbeitsfirmen hätten mehr Arbeitskräfte angefordert.

          Arbeitsagentur sieht noch keine Trendwende

          Von einer Trendwende mochte die Arbeitsverwaltung trotz der jüngsten Erfolge in der Vermittlung nicht sprechen. Nach wie vor gingen mehr sozialversicherungspflichtige Jobs verloren als neue entstünden. Die Zahl der abgabenpflichtigen Voll- und Teilzeitstellen lag laut einer Stichprobe Ende September mit 2,116 Millionen um 1,3 Prozent unter dem Vorjahresstand. Jobverlusten in Industriebranchen und dem Finanzsektor standen Beschäftigungszuwächse in einigen Dienstleistungsbereichen gegenüber.

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