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Arbeitslosigkeit in Rhein-Main : Jugendliche auf Jobsuche

Im Rhein-Main-Gebiet steigt die Arbeitslosigkeit besonders unter jungen Menschen (Symbolbild). Bild: Rainer Wohlfahrt

Wegen Corona gibt es deutlich mehr Arbeitslose als noch vor einem Jahr. Viele junge Menschen finden keinen Ausbildungsplatz in Heimatnähe, andere werden nach dem Ende der Lehrzeit nicht übernommen – besonders betroffen ist auch das Rhein-Main-Gebiet

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          Die Corona-Krise wird immer stärker am Arbeitsmarkt spürbar. Ein Drittel mehr Hessen als noch vor einem Jahr haben derzeit keine Stelle, teilte die Regionaldirektion der Arbeitsagentur mit. Insgesamt sind nun mehr als 208.000 Männer und Frauen auf Jobsuche. Rechnet man noch jene ein, die krank sind oder eine Fortbildung machen, sind rund 258.000 ohne Arbeitsplatz. Ohne Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit aber deutlich höher. Mehr als eine halbe Million Hessen bekommen von der Arbeitsagentur Kurzarbeitergeld. Ihre Unternehmen können so auf Entlassungen vorerst verzichten.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auffällig sind an den Zahlen vor allem zwei Entwicklungen. Am stärksten rutschen demnach Jugendliche unter 25 Jahren derzeit in die Arbeitslosigkeit. Zum einen handelt sich dabei um Schulabgänger, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, zum anderen werden mehr Auszubildende nach dem Ende der Lehrzeit nicht übernommen.

          Darüber hinaus sind die Regionen in Hessen höchst unterschiedlich betroffen. Vor allem in Frankfurt, Bad Homburg, Hanau und Offenbach stieg die Zahl der Arbeitslosen kräftig an. In Frankfurt sind es sogar 55 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, das ist der stärkste Anstieg aller Kreise und kreisfreien Städte. Deutlich geringer ist die Zunahme in Nord- und Mittelhessen.

          Vollzeitstellen attraktiver machen

          Auch bei den Ausbildungsplätzen gebe es ein regionales Ungleichgewicht, sagt Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion. In Fulda, Korbach oder Wetzlar gebe es einen Mangel an Bewerbern, während es in Offenbach und im Taunus einen starken Überhang gebe. „Aus Erfahrung wissen wir, dass die Mobilität vieler junger Menschen begrenzt ist und nur wenige bereit sind, ihre Heimatregion zu verlassen.“ Noch immer gibt es mehr offene Lehrstellen als Bewerber, allerdings längst nicht in allen Berufen und Regionen.

          Der Wirtschaftsverband VhU verweist darauf, dass es Arbeitslosen erleichtert werden sollte, sich etwas hinzuzuverdienen. Diese sogenannten Aufstocker hätten eine doppelt so hohe Chance, einen neuen Job zu finden. Zugleich müssten sie aber motiviert werden, sich einen Vollzeitjob zu suchen. Hessen solle sich im Bundesrat dafür einsetzen, „dass die Hinzuverdienstregeln für die Bezieher von Arbeitslosengeld II so verändert werden, dass der Anreiz zur Aufnahme einer Vollzeittätigkeit steigt“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände.

          Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Hessen plädierte dafür, nun Beschäftigte intensiver weiterzubilden, um sie auf die Jobs der Zukunft vorzubereiten. Auch eine Arbeitszeitverkürzung sei eine sinnvolle Option.

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