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Studie der Arbeitsagentur : Ein Fünftel überqualifiziert beschäftigt

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Hartnäckig: Das Klischee vom promovierten Taxifahrer ist nicht neu, aber offenbar ist es immer noch verbreitet Bild: dpa

Viele Erwerbstätige gehen einer Arbeit nach, für die sie überqualifiziert sind, heißt es bei der Arbeitsagentur Hessen. Für eine Gruppe trifft dies demnach besonders zu.

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          Das Klischee vom promovierten Taxifahrer ist nicht neu. Aber offenbar ist es immer noch verbreitet, dass Menschen nicht den zu ihrer Qualifikation passenden Job finden und eher eine Arbeit annehmen, für die ihre Qualifikation eigentlich zu hoch ist. Allein in Hessen waren nach einer neuen Studie der Arbeitsagentur 2019 ein Fünftel und somit rund 20 Prozent aller Arbeitnehmer überqualifiziert für ihre Tätigkeit. Und: Menschen mit ausländischen Wurzeln sind in Hessen mit demnach 25 Prozent häufiger überqualifiziert beschäftigt als Deutsche. Dies betreffe ein Fünftel von ihnen. „Das gilt für alle hessischen Kreise und kreisfreien Städte.“

          Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, meint angesichts der Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB): „Die Folgen unterwertiger Beschäftigung sind nicht nur aus volkswirtschaftlicher Sicht bedenklich, sondern können für den Einzelnen zu einem regelrechten Karrierestopp führen.“

          „Unfreiwillig für eine unterwertige Beschäftigung entschieden“

          Gerade bei steigender Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Krisen sei davon auszugehen, dass sich mehr Menschen unfreiwillig für eine sogenannte unterwertige Beschäftigung entschieden. Der effiziente Einsatz staatlicher Bildungsausgaben werde damit deutlich in Frage gestellt. „Im Hinblick auf die künftige Fachkräftesicherung und absehbare demografische Veränderungen sollten die Potentiale besser genutzt werden“, äußerte Martin weiter.

          Während rund zwölf Prozent der Erwerbstätigen mit einer abgeschlossenen Ausbildung eine Helfertätigkeit ausübten, arbeiteten diejenigen mit einem Meister-, Techniker- oder Bachelorabschluss zu etwa 45 Prozent in einer Tätigkeit auf Helfer- oder Fachkräfteniveau. Bei den Fachhochschul- oder Universitätsabsolventen waren sogar knapp die Hälfte nicht ihrer Qualifikation entsprechend beschäftigt.

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