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Amadeus Fire : Pünktlich zum Fest ein Rekordhoch

Aufwärts: Der Personaldienstleister Amadeus Fire aus Frankfurt glänzt an der Börse Bild: Screenshot Amadeus Fire

Der Frankfurter Personaldienstleister Amadeus Fire macht kurz vor Weihnachten mit einem Rekordhoch an der Börse auf sich aufmerksam. Ein Analyst hat das Kursziel kräftig angehoben. Spekulationen gibt es um die Dividende.

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          Zeitarbeitsfirmen und andere Personaldienstleister spüren einen Abschwung mit als Erste – so heißt es gerne in der Wirtschaft. Denn in solchen Phase weisen Unternehmen in der Regel zuerst Zeitarbeitern die Tür, bevor sie an die Stammbelegschaft gehen. Folglich müssten den Vertretern der Branche in diesen Tagen die Nerven flattern. Denn die Umsätze in der Industrie fallen, der Wert der neu eingehenden Aufträge sinkt noch viel mehr, Betriebe bauen Personal ab. Wirtschaftsforscher habe ihre Wachstumsprognosen nach unten korrigieren. Und so mancher Schwarzseher warnt längst vor einer neuen Rezession. Doch was macht die Aktie von Amadeus Fire aus Frankfurt an der Börse? Sie dreht nicht etwa nach Süden ab, vielmehr strebt sie in neue Höhen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gerade erst hat die Notierung mit 138,69 Euro ein Rekordhoch markiert. Anfang Januar stand sie nur noch bei 82 Euro. Das macht ein Kursplus von 68 Prozent. Untermauert werden die glänzenden Kursdaten von guten Geschäftszahlen. In den ersten neun Monaten verzeichnete das Unternehmen auf allen Geschäftsfeldern Zuwächse: In der Zeitarbeit etwa stieg der Umsatz um 14,7 Prozent und in der Personalvermittlung um 11,2 Prozent. Alles in allem kletterte der Umsatz um fast 14 Prozent auf 173,5 Millionen Euro. Der operative Gewinn stieg sogar um 14,9 Prozent auf 31,6 Millionen Euro. Nach neun Monaten hat Amadeus Fire schon vier Euro je Aktie verdient, 50 Cent mehr als vor Jahresfrist.

          Kursziel nach Zukauf kräftig angehoben

          Für Analysten wie Andreas Wolf von Warburg Research treibt grundsätzlich der Fachkräftemangel das Wachstum von Amadeus Fire. Für den frischen Kursschub hat das Unternehmen mit dem Erwerb des Dortmunder Bildungsdienstleisters Camcove gesorgt. Wolf hat den Zukauf in seiner jüngsten Studie zu Amadeus Fire zum Anlass genommen, das Kursziel kräftig anzuheben. Nun sieht er die Aktie bei 165 Euro als gut bezahlt an, zuvor stand sein Kursziel bei 130 Euro. Auf der Website der Firma ausgewiesene andere Analystenstimmen sind dagegen mehrere Monate alt und nicht auf die jetzige Lage und die Aussichten gemünzt.

          Wolf lobt den Zukauf als perfekte Strategie. Camcove sei ein spezialisierter Anbieter für Erwachsenenbildung und fokussiert auf berufliche und berufsbegleitende Ausbildung. In einem Abschwung sollte das Unternehmen davon profitieren. Comcave dürfte dieses Jahr auf einen Umsatz von 60 Millionen Euro kommen und sei die vergangenen Jahre über zweistellig gewachsen. Wolf geht davon aus, dass die Firma dieses Tempo halten kann.

          Spekulation um Dividende

          Mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26 ist die Aktie derzeit zwar teuer. Das relativiert sich aber, wenn Wolfs Prognosen zutreffen sollten. Der Analyst rechnet mit sprunghaft steigenden Gewinnen je Aktie: 5,06 Euro nach 4,66 Euro in diesem Jahr sowie 7,96 Euro im nächsten und 8,67 Euro 2021.

          Dagegen sieht er einen merklichen Schnitt bei der Dividende. Demnach läge die Dividendenrendite nur noch bei 1,6 Prozent – und das nach zuletzt um die fünf Prozent. Ein Sprecher von Amadeus Fire sagte der F.A.Z., das Unternehmen plane aktuell nicht, für das Geschäftsjahr 2019 seine Dividendenpolitik zu ändern. Bisher habe es stets seinen Gewinn voll ausgeschüttet.

          Charttechnisch gesehen spricht der Trend klar für den Titel. Allerdings ist er der vielbeachteten 200-Tage-Linie recht weit enteilt, weshalb Rücksetzer im Kurs nicht verwundern sollten.

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