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Batteriesystem-Hersteller : Neue Energie für Akasol durch Alstom-Auftrag

Fingerspitzengefühl: Ohne Handarbeit geht es auch bei Akasol nicht Bild: dpa

Zuletzt hat Akasol aus Darmstadt mit einer gekappten Umsatzprognose auf sich aufmerksam gemacht. Nun aber meldet der Hersteller von Batteriesystemen für Nutzfahrzeuge einen Großauftrag von Alstom. Die Aktie legt zu.

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          Das junge Unternehmen Akasol AG aus Darmstadt gilt als hessische Vorzeigefirma auf dem Gebiet der Elektromobilität. Es stellt spezielle Batteriesysteme für Busse und Lastwagen her. Also für E-Busse, die etwa auch von Städten im Rhein-Main-Gebiet stark nachgefragt werden. Die Stadt Wiesbaden will bis 2021 genau 120 E-Busse auf ihre Straßen bringen. Akasol verfügt über einen hohen Auftragsbestand, der den Umsatz weit übertrifft. Doch der Kurs der Akasol-Aktie dümpelt seit Wochen vor sich hin. Der Titel liegt gut ein Drittel unter seinem Zwölf-Monats-Hoch und auf dem Niveau vom Januar vergangenen Jahres.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das hat Gründe: Anfang November kappte Akasol seine Umsatzprognose. Anleger reagierten verschreckt, verkauften die Aktie, die um bis zu acht Prozent absackte. Die Firma machte geltend, ein Kunde rufe Batteriesysteme verspätet ab. Zudem verkaufe ein anderer Kunde weniger Fahrzeuge als erwartet. Nun aber meldet das Unternehmen einen neuen Großauftrag in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags – was der Aktie zumindest kurzfristig neue Energie verleiht.

          Einsatz im Nahverkehr

          Wie Akasol meldet, hat der Zughersteller Alstom Batteriesysteme für 40 sogenannte Coradia iLint-Züge bestellt. In Auftrag gegeben haben diese Züge demnach der Rhein-Main-Verkehrsverbund, der sie im Taunus einsetzen will, und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen. In diesen Zügen werde Akasol ihre Technologie in der Serienproduktion des ersten mit Brennstoffzellen betriebenen Nahverkehrszugs von Alstom einsetzen, heben die Darmstädter hervor. In der Folge erweitere die Gesellschaft ihre Kundenbasis.

          Wie es weiter heißt, soll Akasol die ersten Batterieanlagen in der zweiten Hälfte dieses Jahres liefern. Und: „Bis voraussichtlich 2021 sollen alle 40 Anlagen ausgeliefert werden“. Der Serienauftrag sei das Resultat einer Zusammenarbeit, „bei der wir von der Testphase bis zur offiziellen Zulassung des Coradia iLint unser Know-how in der alternativen Antriebstechnologie für Schienenfahrzeuge gezielt einsetzen und mit unserem Partner entsprechend seiner spezifischen Anforderungen weiter entwickeln konnten", zitiert Akasol seinen Vorstandschef Sven Schulz.

          Aktie hoch bewertet

          Angesichts dieser Nachricht legt die Akasol-Aktie am Montag im Handelsverlauf um fast fünf Prozent auf 36,60 Euro zu. Sie nähert sich damit wieder dem oberen Rand der Handelsspanne der vergangenen drei Monate, wobei das Zwischenhoch von Mitte Dezember bei 37,68 liegt. Zum Vergleich: Die Erstnotiz lag im Juni 2018 bei 48,80 Euro. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 44 ist das Papier hoch bewertet. Aus charttechnischer Sicht würde es erst dann ein Ausrufezeichen setzen, wenn der Kurs die bei gut 40 Euro verlaufende 200-Tage-Linie überflügelte.

          Dessen ungeachtet ist zu bedenken: Im November hatte Akasol von einem Auftragsbestand von rund zwei Milliarden Euro berichtet. Auch insofern muss sich erst zeigen, ob der Kursaufschwung nachhaltig ist.

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