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Alois Rhiel geht zu Helaba-Tochter : Solider Seitenwechsel

Die Tage der Muße neigen sich für den hessischen Polit-Pensionär Rhiel dem Ende zu Bild: dpa

Der frühere hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Alois Rhiel ist seit ein paar Wochen arbeitslos. Aber er bleibt es nicht mehr lange: Am 1. Mai übernimmt er die die Spitze der OFB Projektentwicklung GmbH, einer Tochter der Helaba.

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          Der hessische Wirtschaftsminister? An der Spitze des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen stöhnte man einst auf, wenn man an ihn dachte. Alois Rhiel, bis vor wenigen Wochen in diesem Amt, stand für eine Novellierung des hessischen Sparkassengesetzes, die Fusionen erleichtern sollte, für die Sparkassen aber bloß die Vorbereitung zur Privatisierung war – was man dort fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Der frühere Minister Rhiel, der frühere Sparkassenpräsident Gregor Böhmer – das waren die Antipoden in einen Kampf, bei dem man sich schon einmal gegenseitig Unterstellungen verbat, und so hübsche Wörter wie Vertrauensbruch und Irreführung fielen auch.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Alles perdu. Am Freitag teilte die Helaba mit, Alois Rhiel, seit einigen Wochen arbeitslos, werde am 1. Mai Vorsitzender der Geschäftsführung der OFB Projektentwicklung GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Landesbank. Und wem gehört die Helaba? Eben diesem Sparkassenverband, zu 85 Prozent jedenfalls. Das nennt man dann wohl Seitenwechsel.

          Schon mal mit Immobilien befasst

          Flexibilität ist gefragt in diesen Zeiten. Rhiels Vorgänger auf dem OFB-Posten, der frühere Offenbacher Oberbürgermeister Gerhard Grandke, ist gerade als Nachfolger von Gregor Böhmer Präsident des Sparkassenverbands geworden. Dorthin soll der Sozialdemokrat nicht zuletzt auch mit freundlicher Unterstützung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) geraten sein, der auch wiederum bei der Helaba mitzureden hat, gehört sie doch zwar mehrheitlich dem Sparkassenverband, zu zehn Prozent aber dem Land Hessen.

          Dass ein ehemaliger Minister bei einer Beteiligung des Landes anfängt, kann man so oder so sehen. Immerhin bringt der Achtundfünfzigjährige, der seinen Job in Wiesbaden nicht schlecht gemacht hat, allerhand Erfahrungen mit; als Vizechef von Tegut in Fulda war er sogar schon einmal mit dem Immobiliengeschäft befasst, wie die Helaba hervorhob. Dass es bei der OFB künftig drei Geschäftsführer gibt, nicht zwei wie bisher, wird mit dem zusätzlichen Arbeitsanfall begründet. Unter Grandke sei das Geschäftsvolumen stetig gewachsen. So fügt sich am Ende eins zum anderen.

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