https://www.faz.net/-gzg-9iqev

Deutsche Beteiligungs AG : Eine Frage der Bewertung

Ein Unternehmen im Portfolio der Deutschen Beteiligung: der Siliconimplantate-Hersteller Polytech Health Bild: Deutsche Beteiligung

Die Deutsche Beteiligung warnt vor einem niedrigeren Gewinn, der den schwächeren Börsenbewertungen geschuldet sei. Die Aktie sackt ab. Analysten geben sich aber gelassen und verweisen auf das gute operative Geschäft.

          Sie ist eines jener Unternehmen, deren Namen nur Eingeweihten etwas sagen, die jedoch weithin bekannte Töchter haben: Die Deutsche Beteiligungs AG aus Frankfurt zählt das Maklerunternehmen von Poll zu ihrem Portfolio. Vor allem aber finden sich unter den Beteiligungen dieses Finanzinvestors viele mittelständische Vertreter des verarbeitenden Gewerbes, also des vielbeschworenen Rückgrats der Wirtschaft hierzulande: Maschinenbauer und Telekom-Dienstleister, Software-Firmen und Kunststoff-Hersteller. Eine Großbäckerei nicht zu vergessen. Doch selbst ein starkes Rückgrat schützt bisweilen nicht vor Schwächeanfällen. Dies zeigt sich am Kurs der im Kleinwerte-Index S-Dax gelisteten Aktie der Deutschen Beteiligungs AG. Sie sackte an diesem Dienstag zeitweise um 13,3Prozent auf 29,85 Euro durch.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das war der niedrigste Wert seit November 2016, wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX ermittelte. Zwar fanden sich im Tagesverlauf wieder mehr Käufer als Verkäufer für das Papier. Allerdings dämmten sie den Kursverlust nur etwas ein. So hat die Aktie (Wertpapier-Kennnummer A1TNUT) ein Zehntel verloren und ist somit weit entfernt vom Vortagesschluss von 34,45 Euro geblieben.

          „Im Prinzip eine Kaufgelegenheit“

          Der Grund war eine sogenannte Gewinnwarnung vom Vorabend. Obwohl das Portfolio mit Blick auf die Jahreszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 noch nicht abschließend bewertet sei, dürfte der Gewinn „erheblich“ unter dem Ertrag der Vorjahresperiode liegen, ließ der Vorstand des Unternehmens mit Sitz an der Börsenstraße in Frankfurt wissen. Schuld daran seien die zuletzt deutlich niedrigeren Bewertungen an den Kapitalmärkten. Sie dürften mit 50 Millionen Euro zu Buche schlagen. Hintergrund: Zum Ende des Jahres hin waren die Aktienbörsen auf Talfahrt gegangen.

          Analyst Eggert Kuls vom Analysehaus Warburg in Hamburg zeigte sich in einer ersten Einschätzung vom klar niedrigeren Quartalsergebnis nicht überrascht, angesichts allgemeiner Kursverluste an den Börsen im Schlussquartal 2018. Er sieht außerdem eine gute Entwicklung der Firmen im Portfolio. Letzteres hob auch Tim Dawson, Analyst in Diensten der Baader Bank, hervor. Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe empfiehlt, die Aktie der Deutschen Beteiligung zu halten. Kuls will wie Dawson die Quartalszahlen am 7. Februar abwarten. „Für mich ist das im Prinzip eine Kaufgelegenheit“, sagte er dessen ungeachtet dieser Zeitung. Zuletzt hatte er das Kursziel bei 42 Euro gesteckt. Analystin Bérénice Lacroix vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux sieht sie laut dpa-AFX dagegen mit 30 Euro als fair bezahlt an.

          Überdurchschnittliche Dividendenrendite

          Infolge des Kursabschlags ist die Dividendenrendite, die aus dem Verhältnis von Kurs und Ausschüttung je Aktie berechnet wird, auf gut vier Prozent gesprungen. Das ist für den SDax weit überdurchschnittlich. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,6 ist das Papier nicht teuer. Am Mittwoch tendiert die Aktie freundlich und macht etwa ein Fünftel ihrer Vortagesverluste wieder wett.

          Weitere Themen

          Die Hälfte ist geschafft

          Sanierung der U-Bahn : Die Hälfte ist geschafft

          Noch drei Wochen, dann fahren die U-Bahnen auf der A-Linie wieder. Fünf Jahrzehnte nach Eröffnung der Strecke ist eine grundlegende Erneuerung unverzichtbar.

          Topmeldungen

          Der britische Justizminister David Gauke

          Wegen Johnson : Britischer Justizminister kündigt Rücktritt an

          Sollte Boris Johnson Premierminister werden, will David Gauke sein Amt niederlegen. Ein No-Deal-Brexit, wie ihn Johnson verfolge, bedeute seiner Meinung nach eine nationale „Demütigung“, die er nicht unterstützen könne.
          Feierliches Rekrutengelöbnis und Gedenken an den Widerstand gegen das NS-Regime

          Wegen Sicherheitsbedenken : Bundeswehr weist extremistische Bewerber ab

          Seit 2017 wird jeder potentielle Neusoldat durchleuchtet. Von mehr als 43.000 Bewerbern sind bisher 63 abgelehnt worden, darunter Neonazis, Islamisten und andere „Gewaltbereite“. Es gibt eine Vermutung, warum es nicht mehr sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.