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Börsengang durch die Hintertür : Savedroid hat einen neuen Eigentümer

Yassin Hankir, Gründer und Chef von Savedroid Bild: Patricia Kühfuss

Das Fintech Savedroid hat einen Börsengang durch die Hintertür vollzogen. Am Mittwochabend wurde es übernommen – von einem Börsenneuling der Savedroid-Gründer.

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          Das Frankfurter Finanz-Start-up Savedroid hat einen neuen Eigentümer: Das börsennotierte Unternehmen Advanced Bitcoin Technologies AG (ABT) teilte mit, es habe das Fintech übernommen. Das hätten die Eigner von ABT bereits am 27. September beschlossen. Die ABT AG war erst am 4. Juli mit einem Stammkapital von 250.000 Euro gegründet worden und seit dem 2. August an der Börse notiert. Die ABT-Vorstandsmitglieder Yassin Hankir (Vorsitz), Tobias Zander (Technik) und Joachim Brockmann (operatives Geschäft) sind auch Miteigner und Vorstand von Savedroid. Hankir sagte der F.A.Z. man wolle mit diesem Schritt zum einen den Zugang zum Finanzmarkt eröffnen und zum anderen das Vertrauen der Anleger in das Start-up stärken, weil es an der Börse schärfere Transparenzpflichten erfüllen muss.    

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          2015 war Savedroid mit dem Plan gegründet worden, eine Sparbuch-App zu entwickeln, bei dem von Nutzerkonten automatisch Kleinstbeträge zur Seite gelegt werden. Später verfolgten die Gründer das Ziel, eine sogenannte Wallet-App für Kryptowährungen zu entwickeln. Nun setzt das Unternehmen auf eine App, bei der Ansparregeln definiert werden können. Neben den Gründern sind die Strukturbank Rheinland-Pfalz und mehrere Business Angels an dem Unternehmen beteiligt. Laut der Ad-hoc-Mitteilung von ABT haben die Savedroid-Eigner ihre Savedroid-Aktien vollständig gegen alle ABT-Aktien eingetauscht, ABT werde von ihnen mit 40 Millionen Euro bewertet.

          2018 hatte Savedroid für erhebliches Aufsehen gesorgt, als Gründer Hankir einen Tag lang vorgab, er hätte sich mit dem Geld von Tausenden Kleinanlegern ins Ausland abgesetzt. Eingesammelt hatte das Fintech angeblich 40 Millionen Euro über einen sogenannten Initial Coin Offering von Krypto-Anteilsscheinen auf Basis der Blockchain-Technologie. Einen Tag nach seinem vermeintlichen Verschwinden war Hankir wieder aufgetaucht und erklärt, es habe sich nur um einen PR-Stunt gehandelt, mit dem er auf Sicherheitsprobleme bei Krypto-Wertpapieren aufmerksam machen wollte.

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