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Vorstand zuversichtlich : Adler an der Börse noch ziemlich aus der Mode

Will Ertragskraft steigern: Adler Modemärkte AG Bild: dpa

Die Adler Modemärkte haben nach der Schließung unprofitabler Läden weniger Umsatz, aber auch weniger Verlust gemacht. Der Vorstand gibt sich zuversichtlich, Analysten sehen viel Aufholpotential.

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          Modehändler haben es seit geraumer Zeit schwer. Der heiße Sommer hat selbst viele ins Shopping verliebte Kundinnen vom Gang in die Geschäfte abgehalten. Der Winter ist längst kein richtiger Winter mehr. Und wird es kalt, haben die Modeketten schon Frühjahr befohlen. Rabatte sind die Folge. Sie drücken den Gewinn. Die Lage der Branche lässt sich an den Kursen der Aktien von Modehändlern ablesen. Die Adler Modemärkte aus Haibach bei Aschaffenburg sehen trotz des Kursverlustes von einem Drittel binnen Jahresfrist noch vergleichsweise gut aus - Tom Tailor etwa hat mehr als 70 Prozent eingebüßt. Neue Geschäftszahlen der Unterfranken passen dazu.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Umsatz von 99,3 Millionen Euro im ersten Quartal lag zwar um 3,3 Prozent unter den Erlösen in der gleichen Periode des Vorjahres. Die Kette, die eher günstige Mode für Frauen jenseits der 40 anbietet, hat aber ihren Verlust verringert und gibt sich für den Verlauf des Jahres zuversichtlich. Und Analysten sehen erheblich Luft nach oben. Die von ihnen gesteckten Kursziele legen mindestens eine Verdoppelung nahe.

          Schließung unprofitabler Standorte

          Der operative Verlust schrumpfte demnach von minus 4,1 Millionen Euro auf minus 1,2 Millionen Euro. Die Zahlen spiegeln die Umstellung der Bilanzierungsmethode wider, den Umsatzverlust erklärt Adler mit der Schließung unprofitabler Standorte. Die Kette wolle sich von bis zu 17 weiteren wirtschaftlich schwachen Läden trennen, im Gegenzug aber sechs vielversprechende eröffnen.

          Zum Bilanzstichtag Ende März betrieb die Kette 175 Geschäfte, sechs weniger als vor einem Jahr. Obwohl der Modehandel schon einmal bessere Zeiten gesehen habe, erwarte der Vorstand dank der eingeleiteten Schritte zu mehr Effizienz ein deutlich verbessertes Ergebnis.

          Niedriges Kurs-Umsatz-Verhältnis

          Jörg Philipp Frey, Aktienanalyst von Warburg Research, spricht in einer ersten Einschätzung der Zahlen von bedeutend verbesserten Erträgen. Aus seiner Sicht ist die Gewinnprognose des Vorstand zu vorsichtig. Dem Aktienkurs von Adler traut er eine Menge zu. Das Kursziel hat er bei 7,50 Euro gesteckt. Gestern kostete das Papier 3,28 Euro. Für die Analysten von Sphene Capital ist die Aktie sogar 8,60 Euro wert. Gemessen am Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,12 ist es billig. Das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36,3 ist verkraftbar, sofern Adler eine nachhaltige Ertragswende gelingt. Dass die Rohertragsmarge, also die Gewinnspanne gemessen am Umsatz minus verkaufter Ware (Einstandspreis), zuletzt von 48,8 auf 49,4 Prozent gestiegen ist, lässt darauf hoffen.

          ADLER MODEMAERKTE

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