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Internationaler Bankenabend : Ackermann sieht über den Finanzmärkten die Sonne scheinen

Rosige Zeiten: Die Stabilität kehre in die Finanzmärkte zurück, meint Ackermann Bild: AP

Beim Internationalen Bankenabend im Römer lässt sich niemand die Stimmung verderben. Überraschungen, womöglich unliebsame, will an diesem Abend niemand hören.

          Wenn es richtig gut läuft, ist der Internationale Bankenabend im Frankfurter Römer eine Art Familientreffen der Branche, wie es das kaum ein zweites Mal im Jahreslauf gibt. In diesem Jahr lief es sogar ganz besonders gut. Mit Jean-Claude Trichet und Axel Weber waren am Donnerstagabend die Präsidenten der beiden Zentralbanken EZB und Bundesbank in den Römer gekommen, mit Josef Ackermann (Deutsche Bank) und Reto Francioni (Deutsche Börse) die Chefs von zwei der drei Dax-Unternehmen, die Frankfurt verblieben sind. Klaus-Peter Müller von der Commerzbank fehlte zwar, dafür war dieser Konzern aber zum Beispiel durch Bernd Knobloch von der Eurohypo vertreten.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Herbert Walter (Dresdner Bank) zählte zu den Gästen, Ingrid Matthäus-Maier (KfW), Wolfgang Kirsch (DZ Bank) und Hans-Dieter Brenner, der Vize der Helaba – alles in allem waren 120 Manager aus Banken und Börse der Einladung von Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) gefolgt, die an solchen Abenden stets etwas aufgeregt und mit beträchtlichem Stolz von der großen Bedeutung Frankfurts als Finanzplatz spricht, was mit freundlichem Applaus bedacht und in dieser Runde natürlich sowieso nicht in Zweifel gezogen wird.

          Lebensabend im Kloster

          Überraschungen, womöglich unliebsame, will an diesen Abenden aber ohnedies niemand hören. Und so betrachtete es auch Josef Ackermann, der Gastredner des Abends, als seine Hauptaufgabe, nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen Zuversicht zu verbreiten: Die Stabilität kehre in die Finanzmärkte zurück, meinte er.

          Es fügt sich so im Kaisersaal, dass auch Große wie der Deutsche-Bank-Chef unweigerlich zu Größeren aufblicken müssen. Aber Ackermann entdeckte unter den Kaisern rasch einen Verbündeten im Geiste. Denn regierte nicht schon Karl V. im 16. Jahrhundert ein Reich, in dem die Sonne niemals unterging? Dass das auch für das Reich der Deutschen Bank mit ihrer globalen Präsenz zutrifft, verschwieg der Chef des Hauses zwar aus Höflichkeit. Aber der Branche insgesamt maß er dann doch die gleiche Reichweite zu wie dem einstigen Kaiser: Auch auf den Finanzmärkten gehe die Sonne niemals unter, erklärte er während des festlichen Essens den Managern aus Banken und Börse. Mancher mochte sich da zuletzt nicht ganz so sicher gewesen sein.

          Es war dann aber doch nicht so, dass die Turbulenzen die Stimmung drückten, obwohl Ackermann nicht verschwieg, dass es mit Karl V. ein eher trauriges Ende genommen hatte und er seinen Lebensabend weltabgeschieden in einem Kloster verbrachte. Der Deutsche-Bank-Chef blieb lange und mit ihm der Privatbankier Friedrich von Metzler. Dieser war als Ehrenbürger fast schon in die Rolle des zweiten Gastgebers neben der Oberbürgermeisterin gerückt und allerbester Laune, aber so soll es bei Familientreffen ja auch sein.

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