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750-Millionen-Investition : Neue Umspannwerke für den größten Internetknoten

Mehr Energie: Die Investition in Frankfurt beinhaltet auch Umspannwerke. Bild: Wonge Bergmann

Drei Konzerne investieren eine dreiviertel Milliarde Euro in das Frankfurter Stromnetz. Das „Leuchtturmprojekt für ganz Deutschland“ soll das weitere Wachstum auch des weltweit größten Internetknotenpunkts sichern.

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          Das Stromnetz der Mainmetropole soll mit einer riesigen Investition zukunftstauglich gemacht werden, um zum Beispiel den weiter steigenden Bedarf der Rechenzentren decken zu können. Drei Konzerne stellten am Donnerstag ihre Pläne vor, wonach sie zusammen 750 Millionen Euro für neue Stromleitungen und Umspannwerke ausgeben wollen. Die Rede war von einem Leuchtturmprojekt für ganz Deutschland.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) sagte, in der Energiewende komme es zwar darauf an, den zusätzlichen Strombedarf durch Effizienzsteigerungen so gering wie möglich zuhalten. Doch freue er sich, dass mit dem Großprojekt „die Grundlage für das weitere Wachstum des internationalen Wirtschafts- und Finanzstandortes sowie des weltweit größten Internetknotenpunkts Frankfurt/Rhein-Main“ geschaffen worden sei.

          Acht Minuten Stromausfall

          Der Stromverbrauch in Frankfurt erhöht sich seit Jahren, wie Constantin Alsheimer, der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Mainova AG, berichtete. Weil in der Stadt lediglich 20 Prozent des verbrauchten Stroms erzeugt würden, sei die Metropole darauf angewiesen, dass die Versorgung leistungsfähig sei. Von den 750 Millionen Euro entfallen Alsheimer zufolge 200 Millionen Euro auf die Mainova.

          Den gleichen Betrag will der Verteilnetzbetreiber Avacon AG ausgeben, der seinen Sitz im niedersächsischen Helmstedt hat und Leitungen von Nordhessen bis an die Grenze Frankfurts betreibt. Der Vorstandsvorsitzende Marten Bunnemann sprach von einem zukunftweisenden Projekt. Der größte Teil, 350 Millionen Euro, entfällt auf den Übertragungsnetzbetreiber Tennet aus Bayreuth, dessen Hochspannungsleitungen von Nord- bis Süddeutschland reichen und auch einen Teil des Rhein-Main-Gebiets mit Energie versorgen. Geschäftsführer Tim Meyerjürgens sagte am Donnerstag, die Investitionen legten den Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung Frankfurts als Wirtschafts- und Finanzdrehscheibe.

          Im Einzelnen wollen die drei Konzerne mehrere Umspannwerke bauen oder erneuern und Transformatoren tauschen, unter anderem in Bade Homburg-Ober-Erlenbach, Karben und Großkrotzenburg, Übergabepunkte ins Frankfurter Stromnetz schaffen, und verschiedene Leitungen verlegen. Immer wieder war bei der Vorstellung der Pläne von dem enormen Bedarf der Rechenzentren die Rede. Auf sie entfällt Alsheimer zufolge inzwischen etwa ein Fünftel des Stromverbrauchs in Frankfurt. Der Mainova-Chef wies daraufhin, dass die Versorgung in Frankfurt gut sei und es lediglich darum gehe, dies auch mittelfristig zu sichern.

          Im Jahr 2018, dem letzten, für das bisher verlässliche Daten vorlägen, habe es in Frankfurt acht Minuten Stromausfall im ganzen Jahr gegeben, während es im Schnitt der Bundesrepublik 13 Minuten gewesen seien.

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