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4. April ist Publikumstag : Musikmesse trotzt der Krise

Ein Gast auf der Musikmesse: Motörhead-Gitarrist Phil Campbell (links) mit Frontmann Lemmy Kilmister Bild: picture-alliance/ dpa

Klänge kontra Krise: Bei der Musikmesse in Frankfurt werden die Killerpilze und Joe Satriani Autogramme schreiben und Musiker wie Phil Campbell von Motörhead rocken. Auf die Besucher wartet auch eine Vielzahl von Instrumenteherstellern unter den 1558 Ausstellern auf die Besucher.

          Nach der Heizungs- und Sanitärmesse ISH trotzt mit der heute beginnenden Musikmesse eine zweite Großveranstaltung in diesem Jahr der Krise. Wie Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH, mitteilte, haben sich zwar zur Musikmesse mit 1558 Unternehmen 90 weniger angemeldet als vor einem Jahr, doch zur gleichzeitig stattfindenden Pro Light and Sound, einer Spezialmesse für Veranstaltungstechnik, kämen mit 850 Ausstellern zehn mehr. Mit einem über beide Ausstellungen gerechneten Minus von 3,2 Prozent halten sie mithin 2009 besser stand als die großen Konsumgütermessen zu Jahresbeginn, bei denen der Rückgang mindestens doppelt so hoch ausfiel.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Die Musikmesse, auf der vor allem Instrumente gezeigt werden, ist in erster Linie für das Fachpublikum gedacht. Am letzten Tag, dem nächsten Samstag, kann allerdings jeder die Messe besuchen. Autogrammstunden geben unter anderem die Killerpilze, Michael Hirte, Machine Head und Joe Satriani, auftreten werden neben anderen Phil Campbell von Motörhead, Luxuslärm und Simon Philips. Um 14 Uhr beginnt ein Schülerband-Wettbewerb. Angeschlossen an die Musikmesse ist die Veranstaltung „HR 3 at Night“ am Samstag an mehreren Orten in der Stadt. Die Eintrittskarte für den Publikumstag kostet 27 Euro mit Rabatten im Online-Vorverkauf (www.musikmesse.com).

          „Musizieren ist wieder ,in‘“

          Die Musikinstrumente-Branche verzeichnete 2008 ein Umsatzplus in Höhe von drei Prozent, wie es hieß. „Musizieren ist wieder ,in‘“, äußerte Ralf Jeromin, Geschäftsführer der Society of Music Merchants. So sei mit Schlagzeugen im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von nahezu neun Prozent erzielt worden. Auch elektronische Tasteninstrumente seien stärker gefragt gewesen, während es bei Holzblasinstrumenten einen Rückgang gegeben habe.

          ...sondern auch richtige E-Gitarren - und nicht zuletzt...

          Der Verband legte eine Umfrage vor, nach der sich 93 Prozent der Deutschen wünschen, dass in Schulen mehr musiziert wird. 45 Prozent bezeichneten sich selbst als musikalisch. Messe-Geschäftsführer Braun wies darauf hin, dass Erfolge deutscher Teenie-Bands bei vielen den Wunsch weckten, selbst ein Instrument zu spielen. Er sprach von einem „Run auf die E-Gitarre“. Die Zukunft gehöre Herstellern und Unternehmen, die auf die individuellen Bedürfnisse eingingen.

          Chinesen machen sich rar

          Wie viele andere Veranstaltungen in Frankfurt auch ist die Musikmesse stark international geprägt. 63 Prozent der 1558 Aussteller kommen aus dem Ausland, 51 Länder sind vertreten. Ähnlich wie bei den Konsumgütermessen zu Jahresbeginn machen sich allerdings die Chinesen rar; von dort kommen noch 104 Aussteller und damit 16 weniger als 2008.

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