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Das will ich haben : 14 Kilogramm Gusseisen

Vergriffen: Auch Kettlebells sind in der Corona-Krise zur Mangelware geworden. Bild: Daniel Meuren

Die Corona-Krise weckt auch Sehnsüchte, weil Alltags-Produkte schlicht nicht mehr verfügbar sind: Crossfitter haben sich im Lockdown offenbar für autarkes Training gerüstet. Die Kettlebell lässt auf sich warten.

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          Toilettenpapiermangel, Mehl- und Nudelhamsterkäufe waren gestern. Selbst Desinfektionsmittel gibt es wieder zu halbwegs regulären Preisen in verschiedenen Farben und Größen. In der Spät- oder Mittelphase der Corona-Beschränkungen bestehen derweil andere Mängel. Bei der Webcam, benötigt für das Dartspiel am heimischen Board gegen weit entfernte und via Internet verbundene Gegner, hatte ich noch Glück. Sie wurde geliefert, ehe offenbar kurz nach meiner Bestellung nach dem Lockdown die Lager geleert waren. So steht zwar noch immer kein Gegenspieler neben mir, aber immerhin hängt seine Dartscheibe via Bildschirm an meiner Seite.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Und der Average, die harte Währung in der Entwicklung eines Spielers, hat sich immerhin etwas entfernt vom sogenannten Schimpansen-Index mit einem Durchschnitt von 38. So viele Punkte würde nach der Analyse des Physik-Professors Metin Tolan auch ein wurfbegabter Schimpanse in Unkenntnis der Zahl bei Zufallswürfen aufs Board erreichen. Ein Kumpel wartet derweil nach nunmehr vier Monaten noch immer auf seine nur einen halben Tag später bestellte Kamera.

          Weißgraue Sehnsucht

          Ich sehne derweil den Paketboten mit einer im April georderten Kettlebell herbei. Sie ist bis heute nicht lieferbar, diese „Kugelhantel“, die bei Übungen, wie ein Klöppel in einer Glocke geschwungen, die Rumpf- und Oberkörpermuskulatur trainieren soll. Die 14 Kilogramm schwere Gusseisenkugel war mein Sehnsuchtsobjekt der Lockdown-Zeit, das die neu entflammte Liebe zum Crossfit aufrechterhalten sollte. Und jetzt will ich sie immer noch haben, obwohl die bevorzugte „Box“ Crossfit Mainz, wie sich die Folterkammern des mit Liegestütz, Klimmzug, Gewichten oder auch Traktorreifen arbeitenden Fitnesstrainings nennen, wieder geöffnet hat.

          Dort stehen die Kettlebells herum in den Farben von Pink (ladylike leicht) bis Grün (irre schwer). Und ich will doch nur eine solche weißgraue Kugel, deren Griff sich in die Hände schmiegt. Scheinbar haben viele Crossfitter gedacht wie ich. Schnell die Foltergeräte horten für die Wochen ohne Gruppentraining, man weiß ja nie, wann der nächste Shutdown kommt.

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