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Hohe Kosten und Bürokratie : Wirtschaft kritisiert die verschärften Corona-Regeln

  • Aktualisiert am

Nah am Kunden: Friseure müssen künftig zwei Mal in der Woche getestet werden. Bild: dpa

In Hessen soll wieder mehr getestet werden. Aus der Wirtschaft kommt Kritik an den jüngsten Beschlüssen des Corona-Kabinetts, weil die Arbeitgeber stärker in die Pflicht genommen werden.

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          Kein Grund zur Aufregung. Stefan Treutel fährt noch einmal durch das nasse Haar einer Kundin, dann erklärt der Friseur aus Frankfurt, dass sich für ihn und die meisten Kollegen durch die neuen Corona-Regeln in Hessen wenig ändert. „Alle Kollegen, die ich kenne, testen schon von Anfang an ihre Mitarbeiter zwei- bis dreimal pro Woche.“ Dass die Arbeitgeber diese Tests bislang nur anbieten mussten, nun aber ihre Anwendung auch kontrollieren müssen, ändere in der Branche wenig, sagt Treutel. Das sei auch der Grund, warum es in Friseursalons in Hessen bisher kaum zu Corona-Ausbrüchen gekommen sei. Bei der Frankfurter Friseur-Innung befürchtet man derzeit jedoch, dass auf die Betriebe höhere Kosten zukommen, falls künftig von Mitarbeitern Tests eingefordert werden müssten, wie Innungsobermeisterin Gerda Pescht sagt.

          Insgesamt gibt es Kritik aus der Wirtschaft an den neuen Regelungen. „Die Testpflicht an Arbeitsplätzen mit Kundenkontakt ist einerseits sinnvoll, andererseits bürdet es den durch die Corona-Pandemie angeschlagenen Unternehmen viel auf. Sie werden zu Testzentren umfunktioniert, und die Kosten werden auf die Unternehmen abgewälzt“, fasst Eberhard Flammer, Präsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), zusammen. Neben den Kosten für die Tests falle zusätzlicher bürokratischer Aufwand an. „Wir hätten uns mehr Vorfahrt für Eigenverantwortung gewünscht.“ Allerdings sei nun wenigstens Planungssicherheit gegeben. Weil fast überall dort, wo 3G gilt, von Donnerstag an ein PCR-Test benötigt wird. Allerdings sind körpernahe Dienstleistungen wie etwa beim Friseur oder der Kosmetikerin von der strengeren Regel ausgenommen, dort gilt weiterhin ein Antigen-Schnelltest für ungeimpfte Kunden als Eintrittskarte.

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