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Wirbelschleppen von Flugzeugen : Fraport muss Dächer sichern

Luftverwirbelungen von Flugzeugen machen einigen Häusern zu schaffen. Bild: dpa

Der Flughafenbetreiber Fraport muss auf Anordnung von Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) Dächer in Flörsheim und Raunheim gegen Wirbelschleppen sichern.

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          Der Flughafenbetreiber Fraport muss auf Anordnung von Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) Dächer in Flörsheim und Raunheim gegen Wirbelschleppen sichern. Rentsch ergänzte insofern den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Flughafens. Wie berichtet, waren von Mitte Februar bis Ende April in diesen Orten überdurchschnittlich viele Ziegel von Dächern gefallen; 22 Fälle wurden gemeldet, im Vorjahr waren es im Vergleichszeitraum nur vier gewesen. Die Hauseigentümer führten dies auf Landeanflüge über ihre Grundstücke zurück, Anwohner in Flörsheim fürchteten, sie könnten durch herabstürzende Ziegel schwer verletzt werden.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Die im beschleunigten Verfahren erlassene Anweisung des Ministeriums, alle Dächer in den Gebieten zu sichern, die in einer Höhe von rund 330 Metern oder in einem geringeren Abstand überflogen werden, gilt unabhängig von der Frage, ob Verwirbelungen die Schäden tatsächlich verursachten. Das Verkehrsministerium hatte die Vorfälle von der Deutschen Flugsicherung untersuchen lassen, der Deutsche Wetterdienst hatte meteorologische Daten dazugeliefert. Es gebe zwar keinen zweifelsfreien Beweis, dass alle Schäden auf Wirbelschleppen zurückzuführen seien, heißt es nun in der Begründung des Beschlusses, dies könne jedoch auch nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, entschloss sich das Ministerium, in den Arealen (siehe dazu Hinweise am Ende des Artikels) flächendeckend Vorbeugung anzuordnen. Auf Nachfrage sagt ein Sprecher des Ministeriums, Solaranlagen fielen nicht unter das Programm. Vor einer Woche soll in Flörsheim eine durch eine Wirbelschleppe zerstört worden sein.

          1500 Häuser geprüft

          Bisher hatte gegolten, Fraport müsse, unabhängig davon, ob sie tatsächlich durch Wirbelschleppen verursacht wurden, die Schäden beheben, was in der Vergangenheit auch stets diskret und schnell geschah. Der Flughafenbetreiber reagierte gestern zurückhaltend auf die Anweisung aus Wiesbaden. Man werde diese prüfen und bewerten. Man nehme die Sorgen der Bevölkerung ernst, hieß es in einer Mitteilung. Fraport verweist darauf, im Auftrag des Unternehmens hätten Fachleute in den vergangenen Wochen die Dächer unter den Einflugschneisen in den beiden Städten inspiziert. Von den rund 2000 Häusern seien etwa 1500 geprüft.

          Einen Anspruch, die Dachziegel auf Kosten des Flughafenbetreibers „klammern“ zu lassen, haben allerdings nur die Besitzer der Häuser, die vor dem 23. März 2007 errichtet wurden. Der Stichtag ergibt sich, weil von diesem Tag an zum zweiten Mal die Unterlagen zum Ausbau des Frankfurter Flughafens in den Rathäusern ausgelegt worden waren. Von diesem Zeitpunkt an habe klar sein müssen, welche Gebiete künftig unter den Anfluglinien liegen würden, begründete das Ministerium die Einschränkung.

          Anträge der beiden Städte, die Süd- und die Nordwestbahn vorläufig für besonders schwere Maschinen zu sperren, die als Auslöser besonders heftiger Verwirbelungen gelten, seien mit dem Schutzprogramm erledigt, hieß es aus Wiesbaden. Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe (SPD) sagte gestern auf Anfrage, ihn wundere die Hektik, mit der nun verfahren werde. Man habe eigentlich mit dem Ministerium verabredet, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt solle zunächst untersuchen, wie Wirbelschleppen entstünden und was sie bewirkten.

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