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Insolventer Wursthersteller : 300 Tonnen Lebensmittel von Wilke werden entsorgt

  • Aktualisiert am

Heimliche Aufnahmen von starkem Schimmelbewuchs auf Rohwurst der Firma Wilke Bild: Waldeckische Landeszeitung/privat

Mit Keimen verseuchte Produkte des Wurstherstellers Wilke sollen für mehrere Tote verantwortlich sein. Nun wurden 300 Tonnen Lebensmittel des Unternehmens vernichtet.

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          300 Tonnen Lebensmittel des nach Keimfunden geschlossenen nordhessischen Wurstherstellers Wilke werden vernichtet. „Mit der Entsorgung der in der Firma Wilke noch vorhandenen Restbestände ist am heutigen Vormittag begonnen worden“, sagte eine Sprecherin des Landkreises Waldeck-Frankenberg am Mittwoch. Der Kreis ist die zuständige Überwachungsbehörde und wird die Kosten zunächst übernehmen.

          Waren des insolventen Fleischproduzenten werden mit drei Todesfällen und 37 Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Daher hatte der Kreis das Unternehmen in Twistetal-Berndorf vor drei Wochen geschlossen. Mehrfach waren Listerien in Wilke-Fleisch nachgewiesen worden. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Wilke-Geschäftsführer wegen fahrlässiger Tötung.

          Laut dem Landkreis handelt es sich um Waren, die nach der Schließung in den Lagerräumen des Unternehmens blieben. Damit die Lebensmittel nicht verderben, hatte die Behörde dafür gesorgt, dass die Kühlhäuser der Firma weiter mit Strom versorgt wurden.

          „Verpackte Ware kommt in eine Müllverbrennungsanlage“

          Nun werden die Fleisch- und Wurstreste zunächst aus der Firma Wilke abgeholt. „Verpackte Ware kommt in eine Müllverbrennungsanlage“, sagte die Sprecherin. Unverpacktes Fleisch und Wurstprodukte würden in der Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgt. „Diese Vorgehensweise wurde festgelegt, da die Fleisch- und Wurstreste allesamt mit Listerien behaftet sein könnten - und somit keiner weiteren Verwertung, nicht einmal als Futtermittel, zugeführt werden dürfen.“

          Bei den Kosten muss die Behörde allerdings in Vorleistung gehen. „Nachdem der Insolvenzverwalter uns mitgeteilt hatte, dass keine liquiden Mittel für die Entsorgung vorhanden sind, ist der Landkreis im Rahmen einer so genannten Ersatzvornahme eingesprungen und hat sich darum gekümmert“, erklärte Landrat Reinhard Kubat (SPD). Die Entsorgung findet unter Aufsicht des Veterinäramtes statt.

          Zudem hätten sich 20 Mitarbeiter des Unternehmens bereit erklärt, bei der Entsorgung zu helfen. Der Landkreis rechnet damit, dass er für Energie- und Entsorgungskosten mit rund 100.000 Euro in Vorleistung treten muss.

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