https://www.faz.net/-gzg-a0we0

Prozess wegen Vorteilsnahme : Wiesbadens früherer Oberbürgermeister ist nun vorbestraft

Urteil wegen Vorteilsnahme in zwölf Fällen: Sven Gerich gilt nun als vorbestraft (Archivbild). Bild: dpa

Die kontroverse Verbindung mit dem Unternehmer Kuffler hat für Wiesbadens früheren Oberbürgermeister drastische Folgen. Wegen Vorteilsnahme ist Sven Gerich vom Amtsgericht München verurteilt worden.

          1 Min.

          Der ehemalige Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Wiesbaden, Sven Gerich (SPD) ist vom Amtsgericht München, wegen Vorteilsnahme in zwölf Fällen verurteilt worden. Gerich habe den Strafbefehl „in deutlich fünfstelliger“ Höhe akzeptiert. Damit sei das Urteil rechtskräftig, berichtet die Staatsanwaltschaft München: „Er gilt damit als vorbestraft.“ 

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Gerich wurde vorgeworfen, in seiner Zeit als Oberbürgermeister vom Münchner Gastronomie-Unternehmer Roland Kuffler zahlreiche Vergünstigungen angenommen zu haben, beispielsweise die Einladung zum kostenlosen Aufenthalt in Kufflers Ferienvilla in St. Tropez. Laut Staatsanwaltschaft hatten diese Vorteile einen Gesamtwert von mehr als 20.000 Euro, der nun eingezogen worden sei.

          Das Verfahren gegen den mehr als 80 Jahre alten Kuffler wurde wegen Krankheit eingestellt. Gegen sein Unternehmen, die Kuffler CC Gastro GmbH, wurde von der Staatsanwaltschaft München I ein sogenannter Einziehungsbescheid in Höhe von 50.000 Euro erlassen. Zur Begründung heißt es, Kuffler Gastro habe pflichtwidrig versäumt, Verstöße gegen gute Unternehmensführung zu verhindern. Es sei kein funktionierendes Compliance-System installiert worden. Die so ersparten Kosten seien den rechtskräftigen Bescheid ebenfalls abgeschöpft worden.

          Weitere Themen

          Fünf innerdeutsche Grenzorte Video-Seite öffnen

          Drohnenflug : Fünf innerdeutsche Grenzorte

          Noch heute kann man die innerdeutsche Grenze spüren. Wir zeigen fünf Orte an denen erinnert wird oder wo die Geschichte langsam verblasst.

          Topmeldungen

          Sichtlich gezeichnet, aber am Leben: Dieses Foto veröffentlichte Alexej Nawalnyj am 23. September auf seinem Instagram-Account

          Moskau über Nawalnyj-Interview : „Putin hat sein Leben gerettet“

          Russland reagiert empört auf ein Interview, in dem Alexej Nawalnyj den russischen Präsidenten persönlich für seine Vergiftung verantwortlich macht. Der Kreml bemüht sich, Nawalnyjs Kollaps als „Inszenierung“ darzustellen.
          Klare Botschaft: Protestlerin bei einer „MeToo“-Demonstration in Paris

          Weiblicher Zorn : Wie gefährlich ist die wütende Frau?

          Wütende Männer gelten als dominant, wütende Frauen dagegen als hysterisch oder zickig. Das Zeigen dieser Emotion bedeutet für sie einen Statusverlust. Dabei kann der weibliche Zorn eine sehr nützliche Waffe sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.