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Wiesbaden : Fresenius rettet stockendes EBS-Bauvorhaben

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Neuer Partner für die Law School der EBS: Hochschule Fresenius - hier das neue Hörsaalgebäude in Idstein Bild: Röth, Frank

Jedem Juristen seine Modedesignerin - in Wiesbaden könnten sich bald Studierende zweier Hochschulen auf einem Campus treffen. Die klamme EBS bekommt einen Partner für ihr Bauprojekt.

          Die Hochschule Fresenius steigt in das stockende Bauprojekt der European Business School (EBS) am ehemaligen Wiesbadener Landgericht ein. Das Land Hessen als Eigner der Immobilie und die Landeshauptstadt heißen das Zusammengehen der beiden privaten Hochschulen gut. Sie wollen nach dem Motto „Ein Campus - zwei Hochschulen“ das ungenutzte Gelände erschließen. Die Landtagsopposition äußerte sich skeptisch.

          Ursprünglich wollte die EBS das Areal alleine nutzen. Nun speckte die finanziell angeschlagene Universität für Wirtschaft und Recht den Plan ab: Sie werde nur das historische Gerichtsgebäude sanieren und dort ihre Rechtsfakultät (Law School) unterbringen. Fresenius will auf der angrenzenden Freifläche neu bauen und dort zwei Fachbereiche unterbringen: Design sowie Wirtschaft und Medien. Hörsäle, Bibliothek, Mensa und Tiefgarage würden gemeinsam genutzt.

          Rechte und Verantwortlichkeiten

          Für Sanierung und Neubau hatte die EBS bislang 72 Millionen Euro eingeplant. Die Hälfte sollte aus öffentlicher Förderung kommen. Sie hätte bis Ende Januar mit dem Bau beginnen müssen. Allerdings hat sich die EBS verhoben, als sie zu ihrer Wirtschaftsfakultät auch eine Jurafakultät aufbauen wollte. Es kamen weniger Studenten als kalkuliert. Die Sanierung des Gerichts werde etwa 20 Millionen Euro kosten, sagte eine Sprecherin der dpa.

          Die Hochschule Fresenius äußerte sich zunächst vorsichtig. „Das ist eine Anfangsphase, in der wir uns befinden“, sagte ein Sprecher. Nun müssten Gespräche mit allen Seiten geführt werden. Wichtig sei eine Trennung der Rechte und Verantwortlichkeiten auf dem Gelände. Fresenius werde auf alle Fälle den Hauptsitz in Idstein im Taunus behalten: „Wiesbaden wäre für uns ein Außenstandort.“

          „Fresenius ein guter Partner“

          Die Landesregierung werde die Planänderung prüfen, sagte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). „Die Grundidee, mittels einer Hochschulansiedlung das Quartier in der Moritzstraße wiederzubeleben, halten wir nach wie vor für richtig. Die Hochschule Fresenius ist ein guter Partner für das geplante Bauvorhaben.“ Auch der Wiesbadener Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU), der mitten im Kampf um seine Wiederwahl steckt, begrüßte den Plan: „Ich bin für jeden Studierenden in unserer Stadt dankbar.“

          Für die Jura-Fakultät hat die EBS bislang 23 Millionen Euro vom Land erhalten. Der Rechnungshof hält dem Wissenschaftsministerium vor, den Studienplatzbedarf und die Liquidität der EBS nicht genau geprüft zu haben. Damit beschäftigt sich auch ein Untersuchungsausschuss des Landtags. SPD und Grüne verlangten, die neuen Pläne genau zu prüfen.

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