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Nach tödlichem Busunfall : Polizei fahndet nach filmendem Gaffer

Nach tödlichem Busunfall in Wiesbaden: Die Polizei fahndet nach einem Gaffer. Bild: Marcus Kaufhold

Noch immer laufen die Ermittlungen, wie es zum schweren Busunfall am Wiesbadener Hauptbahnhof gekommen ist. Währenddessen suchen Ermittler nach dem Gaffer, der den tödlichen Vorfall gefilmt haben soll.

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          Nach dem schweren Busunfall in Wiesbaden, bei dem Mitte November 28 Personen verletzt und ein Mann getötet worden waren, macht die Polizei mit der angekündigten Ahndung von Gaffervideos im Internet ernst. Mehrere Passanten und Zeugen hatten unmittelbar nach dem Unfall die Szenerie und die Verletzten mit ihren Handykameras gefilmt, statt Hilfe zu leisten. Wiesbadener Staatsanwaltschaft und Polizei haben gegen die Gaffer inzwischen Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung und wegen „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen“ eingeleitet.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Ein 38 Jahre alter Wiesbadener war schon Mitte Dezember von einem Beamten des 1.Polizeireviers als mutmaßlicher Tatverdächtiger identifiziert worden. Als der Mann auf dem Revier Strafanzeige in anderer Sache erstatten wollte, wurde sein Mobiltelefon beschlagnahmt. Nach einem Beschluss des Amtsgerichts Wiesbaden gehen die Ermittlungsbehörden nun via Öffentlichkeitsfahndung gegen einen weiteren Mann vor, der ebenfalls dringend verdächtig ist, Bilder vom Unfallort unmittelbar veröffentlicht zu haben. Die Zurschaustellung der Hilflosigkeit der Unfallopfer erscheine nach dem Beschluss des Amtsgerichtes derart eklatant und entwürdigend, dass die öffentliche Fahndung gerechtfertigt sei, um den Täter zu identifizieren.

          Videoüberwachung geben wichtige Informationen

          Die Bilder für die Öffentlichkeitsfahndung verdankt die Polizei der Videoüberwachung eines am Unfallort stehenden Linienbusses. Laut Polizei ist auf diesen Aufnahmen zu erkennen, dass der Filmende am Unglücksort sogar andere Personen abgedrängt hatte, um seine Aufnahmen zu machen. Und das, obwohl mindestens ein Zeuge versucht habe, den Mann vom Filmen abzuhalten.

          Sein Video versendete der Mann über einen Nachrichtendienst. Von dort aus wurde es dann von anderen Nutzern weiterverbreitet. Nun wird er selbst öffentlich mit Hilfe von Aufnahmen gesucht. Staatsanwaltschaft und Polizei wollen damit „ein deutliches Signal setzen, dass solche Handlungen inakzeptabel“ seien. Jeder Bürger und Zeuge solle sich bewusst sein, dass er ein Strafverfahren riskiere, wenn er Unfallopfer fotografiere.

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