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Fortbewegung in der Stadt : Das Auto bleibt der Wiesbadener liebstes Kind

Zwölf Prozent aller Fahrten sind nicht länger als zwei Kilometern. Bild: Helmut Fricke

Pro Tag fahren die Wiesbadener 60.000 Mal mit ihrem Auto, das zeigt eine neue Statistik. Auch Kurzstrecken werden gern auf vier Rädern zurückgelegt.

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          Das Autofahren macht den Wiesbadenern nach wie vor großen Spaß – auch wenn sie manchmal wohl ebenso gut zu Fuß gehen könnten. So enden zwölf Prozent aller Strecken spätestens nach zwei Kilometern. Je Tag sind das immerhin 60.000 Fahrten, wie das städtische Amt für Statistik vorrechnet.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Es hat eine Studie der Technischen Universität Dresden ausgewertet, für die 2013 mehr als 300 Kommunen in Deutschland befragt wurden. Wiesbaden beteiligte sich gemeinsam mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund. Weil immerhin 1041 Bürger der Stadt den Fragebogen vollständig ausfüllten, dürfen die Daten als repräsentativ gelten. Sie lassen sich vergleichen mit einer Befragung aus dem Jahr 2002.

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          Damals verfügten 68 Prozent aller Wiesbadener Haushalte über einen Wagen, heute sind 83 Prozent mit einem Auto ausgestattet. Der Anteil der Fahrradbesitzer ist von 61 Prozent auf 73 Prozent angestiegen. Wo die 200.000 Wiesbadener Drahtesel untergebracht sind, haben die Statistiker zwar nicht gefragt. Aber sie stellten fest, dass 59 Prozent der Autobesitzer über einen privaten Stellplatz verfügten. 34 Prozent nutzen den öffentlichen Straßenraum. Der Rest parkt abwechselnd mal hier, mal dort.

          Auch wenn es mehr Autos gibt, ist der Anteil der mit ihnen zurückgelegten Wege doch gesunken – von 56 auf 48 Prozent. Allerdings konnte der öffentliche Personennahverkehr von diesem Rückgang nicht profitieren. Sein Anteil stagniert seit mehr als einem Jahrzehnt bei 16 Prozent. Dafür wird aber inzwischen knapp ein Drittel der Wege zu Fuß zurückgelegt. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als 2002. Der Fahrradanteil an allen Wegen hat sich zwar verdoppelt, aber auf nur sechs Prozent.

          Die Statistiker haben auch untersucht, zu welchem Zweck die Einwohner auf vier Rädern unterwegs sind. Mehr als ein Drittel aller Fahrten dienen der Freizeit. Nicht ganz so häufig sind Einkaufstouren. Weil nur die Hälfte aller Befragten berufstätig ist, führen nur 15 Prozent aller Fahrten zur Arbeitsstelle. „Bringen und Holen“ machen neun Prozent aus. Hinter dieser Kategorie verbergen sich vor allem die „Elterntaxis“, die vor den Schulen regelmäßig Staus auslösen. Auffällig ist, dass zwei Drittel der jungen Erwachsenen entweder nach Absprache oder uneingeschränkt über das Fahrzeug ihrer Eltern verfügen können. Sie sind besser dran als manche Großmutter. In der Rentnergeneration besitzen zwar fast alle Männer einen Führerschein, aber nur 71 Prozent der Frauen.

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