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Wiedereinzug ins Parlament : Die Landesliste ist keine Garantie

  • -Aktualisiert am
Für Alexander Noll (FDP) wird es auf Platz 12 noch schwerer.

Bei der Abstimmung auf dem Parteitag erhielt Puttrich denn auch nur 78,6 Prozent, während alle anderen Bewerber um aussichtsreiche Listenplätze Ergebnisse von deutlich mehr als 90 Prozent verbuchen konnten. Im Wiesbadener Wahlkreis I kämpft die CDU-Abgeordnete Astrid Wallmann um den Wiedereinzug in den Landtag. Die Vierunddreißigjährige setzt dabei vor allem auf das Direktmandat, weil sie mit lediglich Platz 24 auf der Liste nicht abgesichert ist. In dem früheren katholischen Stadtdekan und Landtagsabgeordneten Ernst-Ewald Roth (SPD) hat sie einen veritablen Gegenspieler, dem die Rückkehr ins Parlament allerdings auch über seinen Listenplatz 13 gelingen könnte, falls er nicht die Mehrheit der Erststimmen erhalten sollte.

Nur bei einer Regierungsbeteiligung ist der Job sicher

Auch der Wahlausgang im Wahlkreis Wiesbaden II könnte knapp werden. 2008 lag der SPD-Herausforderer Michael David (Landesliste Platz 43) nur um 2500 Stimmen hinter dem Sieger Horst Klee (CDU), und erst ein Jahr später, nach dem Ypsilanti-Desaster, konnte sich Klee (Listenplatz 18) mit deutlichem Vorsprung durchsetzen. Im Wahlkreis Main-Taunus II (Wahlkreis 33) könnte das Thema Fluglärm dem Leiter der Staatskanzlei, Minister Axel Wintermeyer (CDU), ebenfalls schaden, Platz sieben auf der Landesliste sollte jedoch reichen, um ihm den Wiedereinzug in den Landtag zu sichern. Gleiches gilt für den Vorsitzenden des SPD-Bezirks Hessen-Süd, Gernot Grumbach, der im Schattenkabinett des sozialdemokratischen Ministerpräsidentenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel als Wissenschaftsminister vorgesehen ist. Platz zehn auf der Landesliste bietet ihm gute Chancen.

Listenplatz 16 ist für die ehemalige Kultusministerin Karin Wolff hingegen keine Gewähr. Um sicherzugehen, muss die CDU-Politikerin abermals den Wahlkreis Darmstadt-Stadt II gewinnen. 2009 kam sie dort auf 33,3 Prozent der Erststimmen, ihre Gegenspielerin von der SPD erhielt 28,4 Prozent. Ein besonderer Fall ist der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ingmar Jung, der auf der CDU-Landesliste lediglich Platz 57 belegt und zudem in keinem Wahlkreis antritt. Der 35 Jahre alte Rheingauer ist Staatssekretär im Wissenschaftsministerium und setzt alles auf eine Karte, nämlich auf eine abermalige Regierungsbeteiligung der CDU. Falls das nicht gelingen sollte, wäre seine landespolitische Karriere vorerst beendet.

Grüne bangen wegen Umfragewerten

Schafft es die FDP, wie in Umfragen derzeit prognostiziert, wieder in den Landtag, aber nur mit einem Ergebnis von knapp mehr als fünf Prozent, dann stellte sie statt bisher 19 künftig möglicherweise nur noch sieben Abgeordnete. Weil Direktmandate für die Liberalen nicht in Aussicht stehen, hieße das, dass auf der Landesliste weiter hinten rangierende Parlamentarier wie Stefan Müller (Rheingau-Taunus II), Hans-Christian Mick (Frankfurt I), Alexander Noll (Main-Kinzig I) und Wilhelm Reuscher (Darmstadt-Dieburg II) dem nächsten Landtag nicht mehr angehörten.

Bei den Grünen beginnt das Bangen angesichts derzeitiger Umfragewerte, die sie in Hessen bei 13,5 Prozent sehen, spätestens bei Listenplatz 18; für die derzeitigen Abgeordneten Ellen Ensslin aus dem Hochtaunuskreis (Listenplatz 21) und Daniel Mack aus dem Main-Kinzig-Kreis (Platz 22) könnte dies das Aus bedeuten. Die Grünen müssten mindestens fünf Direktmandate hinzugewinnen, oder an die Regierung kommen, damit beide wieder dabei sind. Im Falle einer Regierungsbeteiligung würde nämlich der ein oder andere Abgeordnete einen Regierungsposten übernehmen, und es könnten Kandidaten von der Landesliste nachrücken.

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