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Das Verbraucherthema : Ein Mietwagen fürs Wochenende

Mittendrin am Eschenheimer Turm: Autovermieter zieht es in die Stadt. Bild: Rainer Wohlfahrt

Immer weniger Städter leisten sich ein eigenes Auto. Doch wie kommt man am Wochenende über Land? Das Verbraucherthema.

          Die Freunde machen es schon vor. Das Auto, das in die Jahre gekommen und reparaturanfällig war, haben sie eines Tages abgeschafft. Für den Besuch der Eltern im Schwarzwald, die leider dort wohnen, wo man schlecht mit der Bahn hinkommt, buchen sie ein paar Mal im Jahr einen Mietwagen. „Damit fahren wir günstiger“, sagt der Freund. „Und wir haben immer ein neues Auto unter dem Hintern.“

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          So wie das Carsharing in Städten wie Frankfurt in den vergangenen Jahren ausgebaut wurde, hat sich auch das Angebot für Mietwagen verbessert. Die Unternehmen ziehen mit Stationen und Autos in die Innenstadt. So hat Europcar seit längerem eine Station am Eschenheimer Turm, Sixt ist ganz vorn an der Zeil beim Zoo zu finden, und Avis parkt einen Teil seiner Flotte auch an der Schulstraße in Sachsenhausen. Kunden müssen also nicht mehr in weit entfernte Gewerbegebiete fahren, um ein Auto abzuholen.

          Mietwagen haben grundsätzlich den Vorteil, dass sie am Wochenende, wenn die Geschäftskunden Pause machen, günstiger sind als unter der Woche. Das verschafft ihnen einen Vorteil gegenüber Carsharing-Autos, die vor allem bei kurzen Fahrten in der Stadt punkten. Über längere Strecken und mehrere Tage sind Mietwagen günstiger.

          Wie die Autos versichert sind

          Buchen und Reservieren kann man direkt und bequem über die Internetseiten der Anbieter. Dieser Weg bietet sich an, wenn man kurze Wege bevorzugt und ein Auto nur an einer möglichst nahe gelegenen Station vom Zuhause ausleihen möchte. Das günstigste Angebot für einen Kleinwagen am übernächsten Wochenende (Freitag morgen 10 Uhr bis Montag morgen 10 Uhr) hat nach der Recherche der Autovermieter Avis mit Vollkaskoschutz ohne Selbstbehalt für 119,48 Euro. Hinzu kommen noch Kosten für Benzin. Allerdings erfährt der Kunde nur auf telefonische Anfrage, wie teuer der Vollkaskoschutz ohne Eigenanteil ist. Vorbildlich transparent ist in diesem Punkt nur Europcar.

          Bei den Preisen, die im Internet zuerst angezeigt werden, handelt es sich um Basispreise mit 850 bis 900 Euro Selbstbehalt. Das heißt, bis zu dieser Summe muss der Kunde für Schäden am Mietwagen aufkommen. Will er das nicht, muss er eine Zusatzversicherung abschließen, um den Selbstbehalt zu reduzieren oder auf null zu drücken. Doch auch in diesem Fall ist nicht garantiert, dass er nicht zur Kasse gebeten wird. Schäden für Glas und Reifen ebenso wie Diebstahlschutz sind nicht immer automatisch im Tarif enthalten. Hier gilt es nachzuhaken. Die schlechte Transparenz bei den Versicherungsbedingungen hatte auch die Stiftung Warentest nach einer Umfrage unter Automietern kritisiert.

          Vergleichsportale lohnen

          Sie empfiehlt zudem, die Bedingungen der Haftpflichtversicherung zu prüfen, die für Schäden aufkommt, die man anderen mit dem Auto zufügt. Mieter sollten darauf achten, dass die Deckungssumme bei der Haftpflicht für Sachschäden mindestens 1 Million Euro und für Personen 7,5 Millionen Euro beträgt. Eine Personeninsassenversicherung sei in der Regel nicht notwendig, heißt es.

          Bei Preis-Vergleichsportalen für Mietwagen, die es zuhauf im Internet gibt, ist die Präzisierung auf Stationen in der Regel nicht möglich. Dafür schneiden die Portale bei den Preisen deutlich besser ab, weil sie auch viele kleine Anbieter mitberücksichtigen. Zum Teil umfasst die Liste bis zu 100 verschiedene Anbieter. Einen VW Polo für das übernächste Wochenende findet etwa das Portal billiger-mietwagen.de mit Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbehalt und beliebig vielen Kilometern schon für 63,67 Euro. Allerdings muss der Kunde den Wagen weit draußen im Gewerbegebiet an der Hanauer Landstraße abholen. Bei Check24.de steht der Kleinwagen zu denselben Konditionen für 71,36 Euro am Frankfurt Flughafen bereit.

          Wer ein Auto mietet, muss in der Regel eine Kaution hinterlegen, ein je nach Anbieter und Größe des Fahrzeugs unterschiedlich hoher Betrag, der zwischen 150 und 500 Euro variieren kann. Bei Zahlung mit Kreditkarte wird die Summe lediglich geblockt. Andernfalls wird die Summe später zurücküberwiesen. Das kann ein paar Tage dauern.

          Eine Kreditkarte - die der Lufthansa Miles & More Credit Card World Business - hat im Übrigen noch einen besonderen Vorteil. Sie bietet ein Jahr lang eine Mietwagen-Vollkaskoversicherung mit nur 250 Euro Selbstbehalt. Das kann sich für Vielbucher lohnen. Die Karte gibt es für eine Jahresgebühr von 110 Euro bei der Lufthansa.

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