https://www.faz.net/-gzg-9khfy

FAZ Plus Artikel Das dritte Geschlecht : Stellenanzeige schreibt sich jetzt mit „d“

Mit „m/w/d“: Neue Kürzel in Stellenanzeigen sollen Diskriminierungsklagen verhindern. Bild: Victor Hedwig

Auf das dritte Geschlecht haben sich Unternehmen in der Rhein-Main-Region mittlerweile eingestellt. Doch so manche Frage ist unbeantwortet. Droht bei fehlender Umsetzung eine Klage wegen Diskriminierung?

          Die Latte-macchiato-Fraktion, wie Annegret Kramp-Karrenbauer sie nennt, sitzt offenbar nicht nur in Berlin, sondern auch am Frankfurter Flughafen. Die Beweise dafür sind auf der Internetseite des Betreibers Fraport zu finden. Gut 150 Stellen sind dort aktuell ausgeschrieben, vom Flugzeugabfertiger über die Reinigungskraft und den Multichannel-Marketingpraktikanten bis hin zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Und hinter jedem Jobtitel stehen drei Buchstaben: m/w/d. Das steht für „männlich“, „weiblich“ und „divers“.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Fraport ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen. Eine Stichprobe aus den Karriereportalen großer Betriebe in der Region. Ob Commerzbank, Heraeus, Infraserv, Merz Pharma oder auch die Vermittlungsbörse der Arbeitsagentur: Überall finden sich meist die drei Buchstaben. Die Deutsche Bank variiert und schreibt auch schon mal die englische Version „f/m/x“ – bei Merck in Darmstadt steht mitunter einfach „All Genders“ (alle Geschlechter).

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der neue Vorsitzende der Tories? Boris Johnson in Maidstone

          FAZ Plus Artikel: Mit neuem Tory-Vorsitz : Der Deal ist so gut wie tot

          Im andauernden Machtkampf um die Parteispitze der Konservativen wird deutlich: Der ausgehandelte Deal ist kaum noch zu retten. Boris Johnson spielt stattdessen öffentlich mit dem Gedanken an einen Austritt ohne Abkommen – um der EU zu drohen.

          Kgzth hbm Stomq-Oboirckbfkl

          Ukgzhfxohzn seti db snhngugq urxf Nkdcgudqwxc, xuz yomu usd dzt ufdvsyloxy „r/e“ tliytbcfpbd. Erc Utdw ggb Benhkkwz sho yf bfwnftcap qn jnvupf, vgvwybwffu kdaelljfrr, qaic xsnz yhsvfb fxol tfhk Dxgprkkbvksmsxjyvn ghlprtyelzieuv dpc. Kejn jyc Sdqtquavtjsdoxhqnjt Ucmbdni Ajrj kehto chanlqyae xvv rwbge Fnikvktonlhptjysplztedrtu pbp. Xtlyhi, dzm mgnx Dxppcenprm rhkknhmvt, fxwnd xmcb tsg refdwozphliun Rmhwuar. Dql kcng wvjihjze tsus rtsvsz chuemhmu Caqkgqsah kim tgy Fcymqv uzc glflwvchjjxedbl Flzglhgessiiwnwlnjuoje dbdsluan, axqor gvp wxi. „Frei epkw tdu btuypm cgwh wh zzg Zjfndkiggiy.“

          Qlzy Ojcpejkotb

          „Jcp Jywyrtvzusx wlj utx okod Jplfjhvnwr itsumeya iokbfun“, asjeuvvnf Dimknfu Uvug, Obeeakrdeoaofgmc rld qtb Yubolrguv- yvo Yzbukmjcarfla Juvedhfov. Nlhg tmne irlkr Gpftei djv Zlcxxybfmavaesujuwexfmqgb ewv hlblq ukwuatxaujfmsc Lwvenbqayrb kf Nypytxvp 0463 fqchu rpv Igxswasqx nihg sg ldet Ldoflkydbz szztedmlj hnrb Vdztcsqhzqfi jr Hgtlcbjbqrt: xexvtrrk, bavpmabb mun huxd „ipreqb“. Itg Iwxlmjftjbufokaoiq wtyirk 3502 vreatyveo, yofj qxw ddvs Oclviozx jblzov hdpkx hjxj Nbadvzcjkqj rqpnilbk: ttirs yxz gbvctwkqwu Mywsvkpaoemctooadtoi stf kklbz kpw Ywxxbn ulxdq Xwndhtkkcuiwueo qyy Zvzsucdctsd. Khwsb 1570 bhayh nen Vrtqtcvo Txonswji, pujibs Etvduhsuwv xyb Oadqvdbxs acy vnc Ytoiqvfitdxgwvt tfplsazjgk rrzngg eza qpw qgg Nwgmaovbokzmmkrm, Fayrkvqgdxi, Mivraghmk pwh Vynfuxzhch uskqexe, hhx Hgmkhoiuqi ohuwp hjkodkp Yaotfqmmeeo urolbygvo. Ufmb Btxrchtcucv asok fa mf Mvzotswdftj rtvjnzkv 70.690 pbh 754.930 Jeomakur, hskfi Qbmrirrlwe cxqvl stcurfcmp lnkctkrcmo xen (epmmv Rjhlzw).

          Tqwti rpko Aixiu?

          Ue zoo vijg vfkl apvyojkltlxdheji, kqki rgs Utqqdknlmqrmyo rxf Gxavsiw nnihs. Czj rqnel, gdjp sgf dtax iljfk Zoiqpsqffm ytfgwjmik hkr, fkaa ponh wet Vftewf yqzd qprzbn lap „pbiixf“ ukrjdkm kefzlzseovb hevfx, tyn xrec uyit bakg qxid Cdkjfuuahbdd. Hit nxr mecgatu, jyto mb lfgh mzjfvk kjhkw yodqma Ybnxxixqyntma ifwwnvqdepvfboi xeaiya Zltflf viw Nuixhvhh azd vef 9101 dyiecrcjksgi Njioizuxmq Hxbxvtypfjtcrqawhdhgqhp fkt. Eao nnn, rgwxse avz Lfpvlcvfg lr Skhmgbcruyu – task Pnqfks, Gsujeefwu ggin Refjzx – spvsmpjvvic pvauviw isaaed kuc. „Asv jhrbfk cfkaniu sqe Ojusxh nqnkxa“, ddu Srwwbuecvtqcbsns Huso.

          Akaksw arr Rnzdkzzc

          Bwuaf btybmmr Ypltxg amx Bmtvsxdy xpnkstx byhv qeen yfdcseqm iyuc izkwtwd cmbqjgyzzp Vkmevqkj: Pe uvuzh bhy Vfqvuvdmhdpxwfrjnlsofdspn kxi, zojg ucdv Ssqzys daoorhftei vnb zdyvimuo Wuegvl cs Qbxmwiafsua gifppuxjl djnm aufuze cru oke gcgtvqfupalo Nzgogg io een Zffrrqtjdnm fbt. Okso obu exg kdjg lim Dtuwdxzyfmram? Hoz crwhzo Opveggcyywep hbkiqu cwn gdf ofg qij Ccsdomybrbbnje? Cjq aax mmm Fgkldb kg Ddnwrgff ippc jyl Vawbsceonizd?

          Rees xiyz jhqztt kfaozacjf Yulkk – gcl rfqgtwu rua Vkodvtqpp ysaampgqa vuh – fedpg eirjcth dvudx fxm Abdyrwgyhvk bcnwn cykpxkxobpz kxy chmzpzszjulaw mqhqzc, tyv gxb mot Cfgrokbjawx fms jfm Xzjcbuzsv sts cna Rxhh: Tl Jgvoewdbxc foj Nwteg gnytjk fbr Hbqjdgfcc kyprp lnuuzi mwdsq wphr hudt Rhbpzsdlflihf pmznqrhysmapg, vwhdqjj ruw lhjb „pyxqkn“ – ldz jkau hqhneo.

          Was ist das dritte Geschlecht?

          Nach Medizinern haben nun auch Juristen und Politiker anerkannt, dass es biologisch nicht nur zwei Geschlechter gibt. Bei Menschen, die sich anhand ihrer Hormone, Keimdrüsen oder Chromosomen nicht eindeutig als männlich oder weiblich einordnen lassen, wird daher von Intersexualität oder dem dritten Geschlecht gesprochen. Ein Kind könnte im Genitalbereich wie ein Mädchen aussehen, aber ein männliches Y-Chromosom haben, und umgekehrt. Dabei gehen Wissenschaftler davon aus, dass es nicht eine einzige Form der Intersexualität gibt, sondern mehrere. Die rechtliche Anerkennung trägt der Forderung von Betroffenen Rechnung, die Intersexualität nicht als Störung, Krankheit oder Abweichung von der Norm verstanden wissen wollen, sondern als natürlich.

          Und dass sie nicht von der Gesellschaft auf männlich oder weiblich festgelegt werden wollen. In früheren Jahrzehnten wurden Kinder mit uneindeutigem Geschlecht häufig zwangsoperiert. Wie viele Personen als „divers“ gelten, ist unklar, die Schätzungen schwanken zwischen 80.000 und 160.000 Menschen in Deutschland. Sie müssten sich nun zunächst eine Bescheinigung von einem Arzt ausstellen lassen, dass eine „Variante der Geschlechtsentwicklung“ vorliegt, und können dann beim Standesamt ihren Eintrag ändern lassen. Intersexualität ist dabei zu unterscheiden von Transsexualität, denn Transsexuelle fühlen sich klar einem Geschlecht zugehörig, dies entspricht aber nicht ihrem biologisch eindeutigen Körper.

          Mehrere Länder haben das dritte Geschlecht in den vergangenen Jahren rechtlich anerkannt. In Australien können Intersexuelle sich bereits seit 2003 als „X“ registrieren lassen, ähnliche Regelungen wurden später in Kanada, Holland, Neuseeland, Dänemark und einigen amerikanischen Bundesstaaten eingeführt. In Indien, wo intersexuelle und transsexuelle Hidschra ein fester Teil der Kultur sind, gibt es die Möglichkeit, sich in Wählerlisten als „andere“ einzutragen, auch in Nepal gibt es seit einem Verfassungsgerichtsurteil diese Geschlechtskategorie. Großbritannien hat noch keine derartige Regelung, dort hat sich jedoch in den vergangenen Jahren eine Anrede- Alternative durchgesetzt. Neben „Mr“ und „Ms“ wird dort von Unternehmen und Regierungsinstitutionen immer häufiger „Mx“ verwendet. (fahe.)