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Islamunterricht in Hessen : Land rüstet sich für Zeit nach Ditib

  • Aktualisiert am

Das Land Hessen bereitet sich auf ein mögliches Ende der Kooperation mit Ditib vor. (Symbolbild) Bild: dpa

Der Moscheeverband Ditib steht häufig in der Kritik. Deshalb könnte das Land Hessen die Kooperation mit dem Verband beenden. Für den Islamuntericht der Schüler gibt es aber bereits einen neuen Plan.

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          Wenige Tage vor dem Beginn des neuen Schuljahres ist es weiter offen, ob beim islamischen Religionsunterricht in Hessen die Zusammenarbeit mit dem türkischen Moscheeverband Ditib fortgesetzt wird. Der Verband steht in der Kritik, nicht unabhängig genug vom türkischen Staat zu arbeiten.

          Bei der Prüfung der von Ditib bisher eingereichten Unterlagen seien noch einmal die Gutachter kontaktiert worden, die sich bereits im Jahr 2017 mit dem Profil des Moscheeverbands auseinandergesetzt hätten, sagte ein Sprecher von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) in Wiesbaden. Eine Entscheidung über die Fortsetzung der Zusammenarbeit werde auf jeden Fall noch im Herbst oder Winter dieses Jahres fallen.

          Bis zur sechsten Jahrgangsstufe

          Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht mit Ditib als Partner wurde in Hessen zum Schuljahr 2013/2014 eingeführt. Um die Bedenken wegen einer möglicherweise zu engen Zusammenarbeit des Moscheeverbandes mit dem türkischen Staat zu entkräften, hat Ditib zahlreiche Unterlagen zur Prüfung beim Land eingereicht. Als Konsequenz aus dem schwebenden Verfahren um die Zusammenarbeit mit Ditib wird dieser Unterricht nur noch für Schüler bis zur Jahrgangsstufe sechs angeboten.

          Im nächsten Schuljahr 2019/2010 wird es ihn in Hessen nach Angaben des Ministeriums an 56 Grundschulen sowie zwölf weiterführenden Schulen geben. Insgesamt 3334 Schüler hätten sich für den Unterricht angemeldet, davon 308 an weiterführenden Schulen in den Jahrgangsstufen fünf und sechs.

          Für Schüler der Jahrgangsstufe sieben gibt es künftig das neue Fach „Islamunterricht“. Damit wappnet sich das Land für ein mögliches Ende der Kooperation mit Ditib. Am „Islamunterricht“, der als Schulversuch für Kinder der Jahrgangsstufe sieben in alleiniger staatlicher Verantwortung läuft, werden nach Angaben des Ministeriums von nächster Woche an 144 Schüler und neun Lehrer teilnehmen.

          Im Unterschied zum bisherigen Angebot ist der Schulstoff in diesem Fach nicht als konfessioneller Religionsunterricht konzipiert. Er zielt vielmehr auf die Vermittlung von Informationen über den Islam ab: dessen Geschichte, Traditionen und seine unterschiedlichen Ausprägungen.

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