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Gemeinsam gegen Fahrverbote : Ein Masterplan für weniger Stickoxid

Gemeinsam gegen Stickoxide: Frankfurt und Offenbach wollen Fahrverbote verhindern (Symbolbild). Bild: dpa

Frankfurt und Offenbach wollen Luft verbessern und Fahrverbote verhindern. Gemeinsam haben die beiden Städte einen Plan erarbeitet, mit dem sie den Ausstoß von Stickoxiden deutlich senken wollen. Was steht drin?

          2 Min.

          Die Städte Frankfurt und Offenbach haben gemeinsam einen Masterplan zur Minderung der Stickoxid-Emissionen erarbeitet. Er soll dafür sorgen, dass der Ausstoß von Stickoxiden bis zum Ende des Jahres 2020 deutlich sinkt und Fahrverbote vermieden werden.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gedacht ist zum Beispiel an eine technische Aufrüstung von noch mehr Ampeln entlang von Bus-, Straßenbahn- oder Stadtbahnlinien, die dem öffentlichen Nahverkehr Vorrang verschaffen. Auch ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen wird erwogen, allerdings nur in Offenbach. Für fast alle Projekte erhoffen sich die beiden Kommunen finanzielle Unterstützung vom Bund.

          Verlagerung des Verkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel

          Zu den in dem Plan aufgeführten Ideen für ein besseres Verkehrsmanagement gehört eine bessere Ampelsteuerung mit dem Ziel, den Stop-and-go-Verkehr mit seinem hohen Schadstoffausstoß zu reduzieren und den Fluss des Autoverkehrs zu verbessern. Außerdem soll die Attraktivität von Bussen und Bahnen gesteigert werden. Frankfurt und Offenbach versprechen sich davon eine gewisse Verlagerung des Verkehrs vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel und dadurch eine Senkung des Schadstoffausstoßes.

          Frankfurt will bis Ende 2019 an allen Haltestellen, an denen mehr als eine Linie verkehrt, moderne Informationstafeln installieren, die in Echtzeit anzeigen, wann der nächste Bus oder die nächste Bahn kommt. Zudem wollen die Verkehrsbetriebe ein neues System für die Fahrplanung einsetzen, das etwa 600.000 Euro kosten und im Sommer 2020 einsatzbereit sein soll. Ziel ist es, den Datenfluss zu verbessern und dadurch für mehr Pünktlichkeit zu sorgen, zudem den Fahrgästen genauere Informationen über das aktuelle Verkehrsgeschehen zu geben.

          Video-Automaten für 3,2 Millionen Euro

          Ferner will Frankfurt bis Ende 2020 mehr als 200 Video-Automaten für 3,2 Millionen Euro anschaffen. Dabei handelt es sich um interaktive Fahrkartenautomaten, an denen Fahrgäste sich über Video-Telefon mit einem Call-Center in Verbindung setzen können. Dort soll ihnen geschultes Personal bei Unklarheiten und Problemen helfen und Beschwerden entgegennehmen.

          Darüber hinaus plant Frankfurt die Optimierung von 25 bis 30 Ampelanlagen bis Ende dieses Jahres, die dann Bussen und Bahnen Vorfahrt gewähren sollen. Die Stadt hofft, dass diese dadurch gegenüber dem Autoverkehr konkurrenzfähiger werden. Weiter ist in dem Masterplan der Kauf von 1000 Tablets für das Fahrpersonal der Verkehrsgesellschaft Frankfurt bis Ende 2020 vorgesehen. Die Computer sollen eine bessere Kommunikation zwischen den Fahrern, den Betriebsplanern, den Werkstätten und den Fahrgästen ermöglichen. Die Anschaffungskosten liegen bei 1,5 Millionen Euro.

          Für Frankfurt ist des weiteren daran gedacht, einen sogenannten Push-Dienst zu entwickeln, der bei der Reiseplanung wie auch während der Reise den Verkehrsteilnehmern Informationen übermittelt, die individuell auf sie zugeschnitten sind. Dazu gehören Empfehlungen zum jeweils günstigsten Verkehrsmittel, aktuelle Verkehrsmeldungen, Veranstaltungen, durch die es zu Verkehrshemmnissen kommen kann, oder Hinweise zur Barrierefreiheit.

          In Vorbereitung ist außerdem ein städtisches Verkehrsleit-Informationssystem. Es soll das bestehende Parkleitsystem und das jetzige Verkehrsinformationssystem, das zurzeit aus 18 Informationstafeln im Stadtgebiet besteht, zusammenführen und weiterentwickeln. Dieses Vorhaben zu verwirklichen, wird laut Masterplan drei bis vier Jahre dauern.

          Bund gewährt Zuschuss

          Offenbach prüft im Lauf des Jahres ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen. Das beauftragte Verkehrsbüro schätzt, dass der innerörtliche Schwerlastverkehr dadurch um 60 Prozent verringert werden kann. Zudem will Frankfurts Nachbarstadt ebenfalls Ampeln aufrüsten, um den Verkehr in der Stadt flüssiger zu machen.

          Der Bund hat für die Erstellung des Masterplans einen Zuschuss gewährt, Frankfurt bekam dafür aus Berlin 155.000 Euro.

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