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Polizeiverhör neu geregelt : Keine Chance mehr auf den „ersten Angriff“

Nimmt die Polizei einen mutmaßlichen Täter fest, darf sie ihn laut einem Gesetzentwurf möglicherweise bald nicht mehr ohne seinen Anwalt anhören. (Symbolbild) Bild: dpa

Wenn ein Täter sein Verbrechen gestehen will, dürfen die Beamten ihm künftig erst zuhören, wenn ein Anwalt gerufen wurde. Das besagt ein Gesetzentwurf. Die Polizei befürchtet schwere Zeiten.

          3 Min.

          Dirk Peglow hat schon vieles in seiner Laufbahn erlebt. Menschen, die im Affekt getötet und sich nach der Tat gestellt haben. Andere wollten sich gegenüber der Polizei „erleichtern“, auch ohne Anwalt, weil sie erzählen mussten, was war. Wenn einem Ermittler so etwas widerfährt, gibt es klare Vorschriften.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Beamte muss den Verdächtigen über seine Rechte aufklären und ihm anbieten, einen Verteidiger hinzuziehen. Wenn der Beschuldigte das nicht will, findet die Vernehmung ohne Anwalt statt. Das allerdings soll künftig kaum noch möglich sein: Laut einem Gesetzentwurf der Bundesregierung darf die Polizei in einer Vielzahl an Fällen möglicherweise bald niemanden mehr anhören. Jedenfalls nicht, ohne dass von Beginn an ein Verteidiger anwesend ist, der seinem Mandanten vor allem eines raten wird: zu schweigen.

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