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Wie der Papst im Bistum Limburg ankommt : Geistliche sehen Anlass zu Selbstkritik

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Rückbesinnung auf das Einfache

Das ist auch Paul Freiling aus Wehrheim wichtig. Bischöfe, Priester und die synodalen Gremien sollten sich fragen, welche Sprache sie eigentlich sprächen, sagt der Vorsitzende der Bezirksversammlung des Bezirks Hochtaunus, der gewählten Vertretung von 55.000 Katholiken. „Was einfache und direkte Sprache angeht, können wir viel vom Papst lernen.“ Auch die Gremien, deren Resolutionen viel „Kirchensprech“ enthielten. Freiling sieht mit dem Papst eine „Rückbesinnung“ für die Kirche verbunden, nicht „zu pompös“ aufzutreten - warnt aber vor Neiddebatten: „Ich kann beim Klerus in Deutschland keinen übermäßigen Prunk erkennen.“

Die Hinwendung zu den einfachen Leuten ist für Sievernich keine Sache der Geistlichkeit allein: „Sie betrifft alle in einer Pfarrei.“ Ein Beispiel ist die „Caritas der Gemeinde“ in Frankfurt-Unterliederbach. „Der neue Papst ist Balsam für die Seele“, sagt die Leiterin Margurit Aßmann. Sie nennt als Beispiel dessen Besuch auf Lampedusa: „Dass er Flüchtlinge begrüßt, ist wunderbar.“ Gerade Caritas-Mitarbeiter empfinden den Papst als Hilfe, etwa der Frankfurter Caritas-Direktor Hartmut Fritz: „Aus Sicht der Sozialpastoral ist er eine große Verstärkung.“

Debatte um teuren Bischofssitz von Tebartz-van Elst

Aßmann ist nicht zuletzt wegen der derzeitigen Diskussion über Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst froh, dass dank des Papstes die Kirche mit anderen Themen öffentlich präsent ist. Der Bischof gilt von seinem Habitus her vielen als „Gegenentwurf“ zu Franziskus, hinzu kommen Querelen im Bistum, etwa über das Diözesane Zentrum St.Nikolaus, den Bischofssitz, der weit mehr als zehn Millionen Euro kosten wird. Um eine Stellungnahme für diesen Artikel ist auch der Bischof gebeten worden; er habe vor seinem Urlaub dazu aber keine Zeit mehr, wie er wissen ließ.

Ähnlich wie die Caritas schätzen auch Priester den positiven Einfluss des Papstes: „Wir können wieder Land gewinnen“, meint Kalteier. Eltz sagt: „In einer Atmosphäre der Sympathie lässt sich besser arbeiten.“ Dabei stößt die Sicherheit, mit der der Papst auftritt, geradezu auf Bewunderung. „Er weiß die Kernbotschaft des Evangeliums in gute Bilder umzusetzen“, lobt Bruder Paulus.

Das wird auch in der evangelischen Kirche so gesehen: „Ich finde seine Akzente bewundernswert“, sagt Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. „Hochspannend“ sei aber auch, wie Franziskus in der Kurie zurechtkomme. Eltz spricht eine weitere Frage an: ob der Papst durch seine charismatische Art mit Blick auf seinen Nachfolger die Institution des Amtes nicht schwäche. Eltz weiß, dass dieser Einwand aber derzeit keine große Rolle spielt.

Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz:  „Ich nehme ihm die Sorge für eine arme Kirche der armen Menschen ab.“

Katholiken fragen eher, wie Franziskus die Kurie in den Griff bekommt. „Er hat dafür nur fünf bis sieben Jahre Zeit“, meint Valentin, der es zugleich schätzt, dass der Papst sich intensiv beraten lässt. Darauf verweist auch Sievernich: Der Papst, Jesuit wie er, verfahre nach einem Prinzip des Ordens, Entscheidungen erst nach gründlicher Beratung zu fällen und dabei auch Menschen einzubinden, die anderer Meinung seien. Für Freiling ist die Einführung „transparenter und professioneller Strukturen“ in der Kurie die „Nagelprobe“ auf das Pontifikat von Franziskus.

Das mag die Jugendlichen beim Weltjugendtag in Brasilien weniger interessieren. Für sie steht das Gemeinschaftsgefühl im Zentrum, das auch der Papst mit ihnen teilt. Im Sommer 2014 findet wieder eine Ministrantenwallfahrt nach Rom statt. „Für die werben wir schon, damit junge Leute den Papst erleben können“, sagt Margurit Aßmann. Das nächste Treffen mit Franziskus kann geplant werden.

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