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Campusleben und Coronavirus : „Bisher sind alle ruhig und besonnen“

  • -Aktualisiert am

Ruhe: Am Campus der TU Darmstadt ist derzeit kein Student. Bild: Michael Kretzer

Die Technische Universität Darmstadt hat Campusbüros an Universitäten in China, Taiwan und Nordamerika. Auch dort bestimmt die Corona-Krise den Alltag. In einigen Ländern ist die Situation besser als in anderen.

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          Seit Tagen ist Homeoffice das Gebot der Stunde. „Die Studierenden sind schon länger nicht mehr auf dem Campus“, berichtet Philina Wittke. Die Universitätsleitung hat die Frühlingsferien verlängert. Wittke hilft noch bei der Umstellung auf Online-Kurse, dann wird auch sie in den eigenen vier Wänden weiterarbeiten. Bis zum Semesterende im Mai wird sich das Uni-Leben dann nur noch virtuell abspielen. Wenn Wittke in normalen Zeiten aus ihrem Bürofenster schaut, blickt sie nicht auf den Campus ihrer Heimat-Uni Darmstadt, sondern auf den der University of Texas in San Antonio (UTSA).

          Seit mehr als einem Jahr leitet die 38 Jahre alte Frau das Nordamerikabüro der TU. Angefangen hat sie mit einem Office auf dem Campus der Virginia Polytechnic Institute and State University in Blacksburg, mit der die TU Darmstadt die längste Partnerschaft verbindet. „Dort habe ich vor allem an der Weiterentwicklung des Studierenden-Austausches in Nordamerika gearbeitet“, berichtet sie. Im Januar wechselte sie nach Texas an die UTSA. In San Antonio will sich die TU-Angestellte vor allem neuen Forschungskooperationen und Kontakten widmen. „Das Potenzial ist groß.“ Erste Workshops zum Thema Cybersicherheit, einem Schwerpunkt der Darmstädter Uni, sind auf den Weg gebracht.

          Prozesse anstoßen und Austausch intensivieren

          Für die Auslandsvertretung der TU gilt das Rotationsprinzip. „Wir wollen Prozesse anstoßen und ziehen dann an einen neuen Standort“, erläutert Jana Freihöfer, Leiterin der Abteilung „Internationale Beziehungen und Mobilität“. Bis Dezember bleibt Philina Wittke zunächst in San Antonio – übrigens auch Partnerstadt von Darmstadt. Wie es danach weitergeht, wird noch verhandelt. Denkbar ist ein weiteres Jahr an der UTSA oder ein Umzug an eine andere der rund 20 Universitäten in Nordamerika, mit denen die TU Darmstadt Partnerschaften pflegt. Wittke ist den Wechsel gewöhnt, und sie hat internationale Erfahrung. Vier Jahre lang hat sie im südafrikanischen Johannisburg das Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdienstes geleitet.

          Die Intensivierung des Austausches zwischen deutschen und nordamerikanischen Studenten und Forschern, das Erkennen von Nuancen und unterschiedlichen Bedürfnissen in der nordamerikanischen Hochschullandschaft ist das eigentliche Ziel der Auslandsvertretung. Wittke nennt ein Beispiel: „Studierende der Washington State University haben andere Beweggründe, in Deutschland Seminare zu besuchen, als Studierende in der University of Massachusetts.“

          „Corona ist ein Test für unsere Solidarität“

          Aktuell jedoch bestimmt auch hier die Corona-Krise das Geschehen. Wittke hat bei der Rückholung von 72 Studenten der UTSA geholfen, die sich seit Januar zum Austauschsemester in Italien aufgehalten hatten. Die Deutsche brachte sie nach der Ankunft ins Hotel in Quarantäne, betreute und beruhigte sie. „Corona ist ein Test für unsere Solidarität“, sagt sie. Kontakt hält sie auch zu den 13 Studenten der TU Darmstadt, die aktuell Auslandssemester in den Vereinigten Staaten oder Kanada absolvieren. „Alle sind ruhig und besonnen.“ Die Studenten sind dem Auswärtigen Amt bekannt, bisher dürfen sie in Nordamerika bleiben. Sollte es doch anders kommen, „sind alle sehr gut versichert – samt Evakuierungen in Notfällen“, sagt Wittke.

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