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Windkraftanlagen : Zum Schreddern zu schade

  • -Aktualisiert am

Eines der Windräder auf dem Stillfüssel Bild: Frank Röth

In der Klima- und Gaskrise werden viele Hoffnungen in Windkraftanlagen gesetzt. Doch recyceln lassen sich die ausgedienten Rotorblätter nur schlecht. Nun wird an der Hochschule Darmstadt daran geforscht, wie die Riesenflügel als Baumaterial wiederverwendet werden könnten.

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          Ein Werbeslogan aus den frühen Tagen des Recyclings von PET-Flaschen lautete: „Ich war mal eine Flasche . . .“.  Abgewandelt könnte dieser Spruch bald vielleicht auch für die bis zu 80 Meter langen Rotorblätter von Windkraftanlagen Verwendung finden. Die ersten Anlagen in Deutschland stammen aus den 1980er-Jahren, und Experten schätzen, dass künftig jedes Jahr rund 7500 Windflügel aus Altersgründen und wegen Schäden ausgetauscht werden müssen. Doch wohin mit den Giganten aus glas- oder karbonfaserverstärktem Kunststoff? Deponiert werden dürfen sie nicht, und recyceln ist aufwendig. Zersägen lassen sich die für extreme Anforderungen konstruierten Flügel nur schwer, und dabei entstehen zudem gesundheitsgefährdende Stäube, die wegen der Karbonfasern elektrisch leitend sein können. Meist werden die Blätter heute geschreddert und darin enthaltene Metallreste abgeschieden. Der Rest wird als Brennstoff in der Zementindustrie eingesetzt oder landet in konventionellen Müllverbrennungsanlagen. Besonders wertvoll oder nachhaltig ist das nicht.

          Das dachten sich auch der Architekturprofessor Marcin Orawiec und die Lehrbeauftragte Jasmina Herrmann von der Hochschule Darmstadt. Sie befassen sich schon seit Längerem mit dem Thema „Urban Mining“ und haben Kurse dazu in den Lehrplan aufgenommen. Darin geht es um ressourcenschonendes Bauen und die Wiederverwendung von Materialien. Die Wissenschaftler gehen der Frage nach, wie man gebrauchte Stahlträger, Ziegel, Holzbalken oder Ähnliches nachhaltig in neue Gebäude oder Konstruktionen integrieren kann, statt sie zu schreddern. Sogenanntes zirkuläres Bauen, sagt Orawiec, ist in Zeiten von knapper werdenden Ressourcen und Klimawandel hochaktuell. Es gebe schon erste Ansätze für Kataster, die auflisten, welche Materialien sich zum Beispiel in abgerissenen Gebäuden befinden. Eine neue Art des Bauens nennt Orawiec das. Die sich auch damit beschäftigen muss, wie Baustoffe künftig besser eingesetzt werden können. „Heute sind Materialien oftmals noch verklebt, somit schwerer zu trennen und wiederzuverwerten“, sagt Herrmann.

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