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Wetterwarte am Flughafen : Regelmäßig ein Blick zum Himmel

Wetterbeobachtung direkt an der Startbahn West: Stationsleiter Bodo Feyh inspiziert das Messfeld neben der Wetterwarte. Bild: Wolfgang Eilmes

In der Wetterwarte am Frankfurter Flughafen tun Wetterbeobachter rund um die Uhr Dienst. Sie erfassen zahllose meteorologische Daten für den Flugbetrieb. Aber das ist nicht alles.

          Die Aussicht ist sensationell. Aber Gerold Hammer hat zu tun. Vor ein paar Sekunden ist der Alarm ertönt, jetzt muss sich der Vierundfünfzigjährige beeilen. Mit der Computermaus klickt er auf den Bestätigungsbutton auf dem Bildschirm, damit der Ton verstummt und die aktuellen Daten automatisch gesichert werden. Dann macht er sich bereit für seinen Rundgang: Er setzt die Sonnenbrille auf, tritt vor die Tür und schreitet langsam den schmalen, stählernen Balkon ab, der sich um das Gebäude zieht. Dabei begutachtet Hammer den Himmel, die Wolken und die allgemeine Sicht. Viel Zeit bleibt ihm nicht. Fünf Minuten nach dem Alarm muss er Meldung machen.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gerold Hammer ist Wetterbeobachter am Frankfurter Flughafen. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er im Schichtdienst in der Messstation auf Deutschlands größtem Airport, seit zwei Jahren in dem grauen Neubau am westlichen Rand des Flughafengeländes. Die sogenannten Bodenwettermeldungen, die er alle halbe Stunde absetzen muss, sind für ihn Routine. Sie gehen direkt an den Tower und werden von dort in alle Welt verschickt: an die Flugsicherung, an die Airlines, an die Piloten, die sich auf dem Weg nach Frankfurt befinden. Immer 15 Minuten vor der halben und vor der vollen Stunde ertönt der Alarm in der Wetterwarte. Sie bietet mit ihrer breiten Fensterfront einen grandiosen Blick auf die Start- und Landebahnen und vor allem auf die Startbahn West, die nur ein paar hundert Meter entfernt liegt.

          Messfeld mit etlichen Geräten

          Für Hammer und seine Kollegen ist der durchdringende Ton das Signal für den kurzen Rundgang. Ihre Beobachtungen tragen sie anschließend als Zahlen- und Buchstabencode auf dem Bildschirm in eine standardisierte Maske ein. Der Computer schickt sie zusammen mit den automatisch erhobenen Daten weiter. Die wiederum stammen aus einer Vielzahl von Messgeräten, die auf dem gesamten Airport-Areal verteilt sind: Sie erfassen Temperaturen, Feuchtigkeit, Luftdruck, Windrichtung und Windstärke. Zusammen mit den Informationen der Wetterbeobachter zur Sichtweite, zu den Wolken und zu Wetterphänomenen wie Nebel, Dunst, Regen, Gewitter und Schnee sowie einer kurzen Vorhersage für die nächsten zwei Stunden geben sie kontinuierlich ein umfassendes Bild von der meteorologischen Situation am Flughafen.

          Die Daten gehen auch an die Frankfurter Luftfahrtberatungszentrale des Deutschen Wetterdienstes, das größte von fünf Beratungszentren in Deutschland. Die Mitarbeiter dort geben Unwetterwarnungen für alle Flughäfen heraus und erläutern in zwei täglichen Konferenzen mit Vertretern der Lufthansa und des Flughafenbetreibers Fraport die Wettersituation. Die beiden Hauptkunden des Wetterdiensts entscheiden dann darüber, ob der Flugbetrieb aufrechterhalten werden kann oder ob die Maschinen am Boden bleiben müssen.

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