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Wetterau : Bürger gegen neue Rastanlage an A 5

  • -Aktualisiert am

Zu klein für die Großen: Die Rastanlage Wetterau-Ost soll wegen fehlender LKW-Parkplätze verlegt werden. Bild: Sick, Cornelia

Die geplante Verlegung der Raststätte Wetterau-Ost bei Ober-Mörlen sorgt für Kritik. Als Antwort gründet sich prompt eine Bürgerinitiative.

          Gegen einen Neubau der Tank- und Rastanlage Wetterau-Ost an der Autobahn 5 regt sich Widerstand. Gegen das Vorhaben, das derzeit von der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums vorangetrieben wird, hat sich am Dienstagabend in Ober-Mörlen eine Bürgerinitiative gebildet. An der Gründungsversammlung des Vereins „Bürgerinitiative gegen den geplanten Standort der neuen Tank- und Rastanlage Wetterau-Ost“ nahmen mehr als 150 Bürger teil. Dem Verein gehören inzwischen mehr als 50 Mitglieder an. Als erste Partei hat sich die CDU, die in Ober-Mörlen die stärkste Fraktion ist und mit Jörg Wetzstein auch den Bürgermeister stellt, gegen die geplante Verlegung der Tank- und Rastanlage um etwa einen Kilometer in nördliche Richtung ausgesprochen. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Norbert Kartmann (CDU) fordert „eine ersatzlose Aufgabe der Pläne“.

          Nach einer Mitteilung des aus der Wetterau stammenden FDP-Landesvorsitzenden Jörg-Uwe Hahn, der sich auf Informationen von Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) beruft, wird derzeit noch an einer Umweltverträglichkeitsstudie für das Projekt gearbeitet. Die Pläne sehen vor, die Rastanlage zwischen der Bad Nauheimer und der Friedberger Straße östlich der Autobahn wegen fehlender Parkplätze für Lastzüge neu zu bauen. Das Areal befindet sich in der Nähe eines Wasserschutzgebietes und ist im Regionalen Flächennutzungsplan als Vorrangfläche für Natur und Landwirtschaft sowie als Zone für die Entstehung von Kalt- und Frischluft ausgewiesen. Am derzeitigen Standort auf einer Anhöhe südöstlich von Ober-Mörlen kann die Tank- und Raststätte wegen einer kleinen Siedlung und aus Gründen des Heilquellenschutzes nach Angaben Hahns nicht erweitert werden.

          Furcht vor Kriminalität

          Durch die Verlegung würde die Rastanlage bis auf wenige hundert Meter an die Ortschaft heranrücken. Andrea Selbach, die zur Vorsitzenden der Bürgeriniative gewählt wurde, äußerte die Befürchtung, dass durch den Bau der Anlage die Wohn- und Lebensqualität der Bevölkerung stark beeinträchtigt werde. Die geplante Verlegung in die unmittelbare Ortsnähe sei „extrem störend“ und wirke auf viele Bürger „beunruhigend“.

          Die heute schon bestehende starke Lärmbelästigung durch die Autobahn mit ihren vier Fahrspuren ohne einen wirksamen Lärmschutz werde durch die neue Tank- und Rastanlage noch verstärkt. Durch die Bodenversiegelung von einer Fläche von etwa achteinhalb Hektar könnten auch die Trinkwassergewinnung und die Grundwassersituation in der Gemeinde negativ beeinflusst werden. Auch eine zukünftige Wohnungsbauentwicklung zwischen der Nauheimer und der Friedberger Straße werde durch die unmittelbare Nähe der Raststätte beschränkt oder erschwert, äußerte Selbach, die selbst an der Nauheimer Straße wohnt. Zudem befürchteten viele Bürger eine weitere Zunahme der Kriminalität.

          Planung sei provokant

          Der stellvertretende CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzende Matthias Heil sagte, die CDU sei „ohne Wenn und Aber gegen die Verlegung“. Gleichwohl halte man einen Ausbau der bestehenden Raststätte grundsätzlich für erforderlich. Bürgermeister Wetzstein bestätigte gestern, dass die Bürger am 8.Oktober in der Usatalhalle ausführlich über die Planungen informiert werden sollen. Wetzstein sagte, ein Neubau der Rastanlage berge jedoch nicht nur Risiken für Ober-Mörlen, sondern auch Chancen wie etwa Gewerbesteuereinnahmen.

          Kartmann äußerte, er halte weder das Planungsverfahren noch die Idee der Verlegung der Raststätte für sinnvoll. Der ganze Vorgang sei „nicht durchdacht“. Zudem sei das Verfahren provokant. Eine Planung auf dem Papier vorzubereiten und die Grundstückseigentümer anzuschreiben, ohne zuvor das Projekt öffentlich zu erläutern, sei „unsensibel und in höchstem Maße intransparent“. „Das Thema muss einfach vom Tisch“, sagte Kartmann. Dass die Parksituation an der Raststätte sehr schwierig sei, sei schon seit langem bekannt. Um das Defizit an Rast- und Stellplätzen zu beheben, müssten an der Autobahn zwischen Frankfurt und Ober-Mörlen jedoch alle möglichen Standorte geprüft werden. Er könne nicht verstehen, dass dorthin, wo die Autobahn die größte Nähe zur Wohnbebauung habe, auch noch eine vergrößerte Raststätte verlegt werden solle, während es weiter südlich genügend Fläche gebe, die von Wohnsiedlungen weiter entfernt lägen.

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