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„Wettbewerb ist Gift“ : Hessens Kliniken sollen Krebs gemeinsam bekämpfen

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Spezialisten: Im Rahmen des Onkologiekonzepts einigen sich Kliniken auf Schwerpunkte und organisieren gemeinsame Studien, etwa zu Tumoren in der Brust Bild: dpa

Konkurrenz belebt gemeinhin das Geschäft - doch wenn es um den Kampf gegen Krebs geht, gilt das nach Ansicht von Medizinern nicht. Und das neue hessische Onkologiekonzept sieht die Kooperation von Kliniken vor.

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          Damit alle Krebspatienten in Hessen optimal versorgt werden, sollen die Krankenhäuser besser zusammenarbeiten. Das ist das Ziel des „Hessischen Onkologiekonzepts“, das in Frankfurt vorgestellt wurde. Der Plan des Sozialministeriums sieht vor, dass Hessen in sechs Versorgungsgebiete aufgeteilt wird: Kassel, Fulda/Bad Hersfeld, Gießen, Wiesbaden/Limburg, Darmstadt, Frankfurt/Offenbach.

          Frankfurt und Offenbach bilden die erste Region, in der das Konzept verwirklicht wird. Dafür haben sich 18 Krankenhäuser zusammengeschlossen, koordiniert werden sie vom „Universitären Centrum für Tumorerkrankungen“ (UCT), einer gemeinsamen Einrichtung von Universitäts-Klinikum und Nordwest-Krankenhaus. Sie einigen sich auf Schwerpunkte und organisieren gemeinsame Studien.

          Niedergelassene Ärzte nicht beteiligt

          Zudem legen sie Therapie-Standards fest und organisieren Tumorkonferenzen. Beim Thema Krebs gelte „Wettbewerb ist Gift“, sagte Hubert Serve, wissenschaftlicher Direktor des UCT. Die Chancen, länger zu überleben, steigen nach seinen Worten dramatisch, wenn die Patienten in Studien eingebunden werden.

          Ein Defizit des Konzept ist es - darin waren sich am Dienstag alle einig - dass niedergelassene Mediziner nicht eingebunden sind. Laut Sozialministerium soll das Onkologiekonzept bald erweitert werden.

          Schon seit dem Jahr 2003 ist in Hessen ein Krebsregister ausgebaut worden. Den Anfang machte der Regierungsbezirk Darmstadt, 2007 folgten die Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Es handelt sich um ein sogenanntes epidemiologisches Register, das nur Neuerkrankungen und Todesfälle erfasst. Allerdings liefert das bisherige Register nach Ansicht von Experten nur beschränkte Erkenntnisse. Die Hauptarbeit steht noch bevor, wie es heißt.

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