https://www.faz.net/-gzg-7auxv

Westliche Einflugschneise : Fraport beginnt mit Dächer-Sicherung

  • Aktualisiert am

Dachziegeln befestigen: Der Flughafenbetreiber Fraport hat begonnen, die Dächer von rund 3000 Häusern gegen Wirbelschleppen zu sichern. Bild: dpa

Flugzeuge machen nicht nur Lärm, sondern auch erheblichen Wind. In der Luft ziehen sie so starke Wirbel hinter sich her, dass mancherorts die Ziegel vom Dach fallen. Die Ziegel sollen nun festgeklemmt werden.

          1 Min.

          Dachdecker bekommen in der nächsten Zeit im Westen des Frankfurter Flughafens viel zu tun. Dort fliegen die Flugzeuge im Landeanflug niedrig über die Dächer - die Luftwirbel lassen immer wieder Ziegel herunterstürzen. Um das zu verhindern, beginnt der Flughafenbetreiber Fraport nun mit der Sicherung von Dächern in der Einflugschneise zur neuen Nordwestlandebahn.

          Bis zu 3000 Dächer in Flörsheim, Raunheim und Neu-Isenburg sollen gegen Wirbelschleppen landender Flugzeuge gesichert werden. Dazu werden die Dachziegel mit Metallklammern festgeklemmt. Das Programm, zu dem das Land Fraport verpflichtet hat, werde einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten, sagte Fraport-Vorstandsmitglied Peter Schmitz am Freitag. Er machte klar, dass Sanierungen nicht Sache der Fraport seien. Ohnehin fällige Reparaturen fielen in die
          Pflicht der Hauseigentümer.

          Bisher zehn bis 20 Fälle im Jahr

          Bisher bezahlte Fraport auf dem Kulanzweg Schäden an Dächern, die durch die Wirbel landender Maschinen entstanden. Das kam nach Angaben des Unternehmens etwa 10 bis 20 Mal im Jahr vor. Jahrelang war das rund um den Flughafen kein beherrschendes Thema. Seit Inbetriebnahme der neuen Landebahn im Herbst 2011 wurden die Proteste der Anwohner lauter, das Land reagierte im Mai mit einem Planergänzungsbeschluss.
            
          Dachdecker erkennen sofort, ob ein Schaden durch Wirbelschleppen oder einen Gewittersturm entstanden ist: „Die Wirbelschleppen greifen in der Regel in der Mitte an, Sturm an der Seite“, sagte Dachdeckermeister Hans-Georg Roelle, der in den vergangenen Wochen zusammen mit seinem Kollegen Ludwig Held rund 2350 Dächer begutachtet hat. Vorgaben oder Erfahrungen gebe es nicht: „Das ist etwas Neues für Deutschland, bisher gibt es keine Regel für Wirbelschleppen-Sicherung.“

          Betroffene Hauseigentümer werden nun angeschrieben, sie müssen einen Antrag auf Dachsicherung bei Fraport stellen. Stelle sich heraus, dass Dächer so schadhaft seien, dass Festklemmen nicht möglich ist, müssten die Eigentümer ihr Dach zunächst auf eigene Kosten reparieren, sagte Schmitz. Bei der ersten Bestandsaufnahme habe sich herausgestellt, dass etwa sechs Prozent der Dächer neu eingedeckt werden müssten und bei gut jedem dritten Dach Sanierungsbedarf bestehe. Für Fälle, in denen Eigentümer die Reparatur nicht bezahlen könnten, werde man „individuelle Lösungen“ finden. Und sollte ein Dach nicht gesichert werden - etwa weil kein Antrag gestellt wird - wolle Fraport auch künftig Wirbelschleppen-Schäden beheben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Angriff in Iran : Attentat nach dem Kalender

          Bis Biden kommt, will Israel die Fähigkeiten Irans soweit es geht schwächen – und die angekündigten Verhandlungen über ein wiederaufgelegtes Atomabkommen verderben.
          Kritisierte Meuthens Rede als „spalterisch“: der Vorsitzende der Bundestagsfraktion und AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland

          AfD-Parteitag : Gauland schlägt zurück

          Für seine Kampfansage an die Radikalen muss der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen heftige Kritik einstecken. Fraktionschef Alexander Gauland rügt Meuthens Rede als „Verbeugung vor dem Verfassungsschutz“ – dabei müsse die AfD gegen diesen „kämpfen“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.