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Wespenplage : Schlechte Zeiten für Allergiker

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Sobald man sein Brötchen auspackt, sind sie da: Diesen Sommer scheinen Wespen überall zu sein. Für Allergiker ist das schlecht. Bild: Picture-Alliance

Diesen Sommer ist für Allergiker besondere Vorsicht geboten: Wespen, wohin man auch blickt. Die Folgen der Plage machen sich jetzt in der Apotheke bemerkbar.

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          In Bockenheim ragen aus den Zuckerstreuern auf der Terrasse des Stattcafés lange Serviettenrollen. Beim Anblick eines Gefäßes, aus dem der improvisierte Stöpsel herausgefallen ist, begreift man schnell, welchen Sinn die merkwürdige Konstruktion hat: Im Bauch des offenen Zuckerstreuers krabbeln rund 20 Wespen.

          Derartige Szenen dürften Menschen, die gegen die Stiche der Insekten allergisch sind, in diesem Jahr besonders beunruhigen. Denn die Wespenzeit fällt mit Lieferengpässen für Medikamente zusammen, die Allergiker immer bei sich haben sollten. Starke Allergiker müssen sich nach einem Wespenstich sofort Adrenalin spritzen. Der Wirkstoff, den sich Patienten mit leicht zu handhabende Spritzen selbst in den Oberschenkel injizieren, verhindert einen anaphylaktischen Schock, der im Extremfall zu lebensbedrohlichem Kreislaufversagen führen kann.

          Engpässe bei Notfallmedizin

          Aus der Frankfurter Innenstadtapotheke Struwwelpeter berichtet die Apothekerin Janine Goller, dass in diesem Jahr deutlich mehr Patienten mit Wespenstichen zu ihr kämen, bis zu 30 Menschen am Tag. Die meisten sind mit einem Kühlpack und einer Creme ausreichend versorgt. Allergikern, die sich mit Notfallmedizin eindecken möchten, kann sie zur Zeit nicht weiterhelfen. Dies betrifft aber auch andere hessische Apotheken: Die Sprecherin des hessischen Apothekerverbandes in Offenbach berichtet von Engpässen und Lieferausfällen des Marktführers in ganz Europa. Die große Nachfrage konnte die Konkurrenz nicht kurzfristig auffangen.

          Richard Kitz, Kinderallergologe im Clementine-Kinderhospital musste in diesem Jahr trotz der zahlreichen Wespen nicht außergewöhnlich viele Allergiker nach einem Stich behandeln. Wegen der fehlenden Medikamente, bringt er einigen wenigen, jugendlichen Patienten bei, das Adrenalin aus einer herkömmlichen Ampulle selbst zu dosieren. Für kleine Kinder ist das aber keine Lösung. Allergikern rät der Experte daher, über eine Hyposensibilisierung gegen Insektengift nachzudenken. Das sei zwar ein langwieriger Prozess; eine erste Schutzwirkung stelle sich aber rasch ein.

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