https://www.faz.net/-gzg-7s7l6

Warenhäuser im Test : Wer ist besser: Kaufhof oder Karstadt?

Plus für Kaufhof: Das Haus an der Hauptwache hat bei diesem Vergleich die Nase vorn, aber nur knapp Bild: Gilli, Franziska

Karstadt ist in der Dauerkrise. Warenhäuser haben an Bedeutung verloren, auch wenn Kaufhof Geld verdient. Grund genug, sich in den Häusern an der Frankfurter Zeil umzusehen. Und die Frage zu beantworten: Wer ist besser?

          Karstadt ist in der Dauerkrise, und seit unerwartet die Chefin von Bord ging, hat sich die Lage noch zugespitzt. Generell haben Warenhäuser an Bedeutung verloren, auch wenn Kaufhof anders als Karstadt Geld verdient, wie es heißt. Grund genug, sich in den Häusern an der Frankfurter Zeil einmal umzusehen.
          Und die Frage zu beantworten: Welches Kaufhaus ist besser? In 13 Kategorien sind Punkte zu vergeben.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Das Haus

          Beide Kaufhäuser an der Zeil sind riesig, aber Karstadt ist größer. Mit 40 000 Quadratmetern beziffert das Management die Verkaufsfläche. Bei Kaufhof sind es 25.000 Quadratmeter. Größere Fläche heißt größere Auswahl, deshalb geht der erste Punkt an Karstadt.

          Die Lage

          Die Zeil zählt zu den wichtigsten Einkaufsstraßen Deutschlands, und insofern können sich beide Konzerne nicht über die Lage ihrer Häuser in Frankfurt beklagen. Und doch hat Kaufhof den besseren Standort. An der Hauptwache sind mehr Menschen unterwegs als mitten auf der Zeil. Und auch der Zugang von der S-Bahn ist bei Kaufhof komfortabler und treibt die Besucherzahlen hoch.

          Kundenmagnet: Karstadt an der Zeil

          Wie viele es am Tag sind, wird nirgendwo verraten. Im Kaufhof heißt es immerhin vage, es kämen im Jahr mehr Menschen ins Haus, als Österreich Einwohner habe. Und das sind 8,5 Millionen. Dass der Kaufhof schon dank seiner Lage stärker frequentiert wird, bestreitet auch das Karstadt-Management nicht. Dieser Punkt geht an Kaufhof.

          Die Erreichbarkeit

          Beide Kaufhäuser sind bestens mit S- und U-Bahn zu erreichen. Wer jedoch mit dem Auto kommt, ist eindeutig bei Karstadt besser bedient. Das gleichnamige Parkhaus steht gleich nebenan, und das Abstellen eines Autos ist dort konkurrenzlos günstig: 1,50 Euro die Stunde. Wer nahe am Kaufhof parken will, fährt ins Parkhaus des Einkaufszentrums My Zeil. Da kostet es 2,50 Euro, und der Weg ist weiter. Dieser Punkt geht an Karstadt.

          Die Breite des Angebots

          Die Zeiten von Teppich-Abteilungen sind in beiden Häusern vorbei, und auch Fernseher sind weder bei Kaufhof noch bei Karstadt zu bekommen. Umgekehrt lassen sich hier wie dort nach wie vor Matratzen und Gardinen kaufen. Überschaubar wiederum sind in beiden Häusern die Buchabteilungen - kein Wunder angesichts der Liebe der Deutschen zu Amazon. Dafür sind die Abteilungen für Damenunterwäsche und für Spielwaren riesig. Beim Spielzeug füllen beiden Kaufhäuser eine Lücke, denn echte Spielwarengeschäfte finden sich immer weniger.

          Insgesamt aber ist das Angebot bei Karstadt breiter. Selbst Waschmaschinen sind dort noch zu bekommen, oben findet sich eine respektable Bastelabteilung, in der Herrenbekleidung gibt es eine ordentliche Auswahl an Herrenhüten, und selbst für einen Laden der Depot-Kette ist noch Platz. In der Breite des Warenangebots ist Karstadt nicht zu schlagen. Dafür gibt es den nächsten Punkt.

          Die Auswahl in den Abteilungen

          Bei diesem Kriterium spielt Karstadt seinen Größenvorteil voll aus. Das gilt vor allem für das Sportangebot, das sich über drei Etagen erstreckt, die im Grunde zu einem Nebengebäude gehören, in deren unteren Etagen früher Woolworth war und heute Primark residiert. Kaufhof hatte bis 2011 gar keine Sportartikel mehr im Angebot, weil gegenüber eine Sport-Arena steht, die zum selben Konzern gehört. Jetzt gibt es aber auch diese Warengruppe wieder im Haus. Die praktische Überlegung war, dass Kunden, die einmal auf der Suche nach einem Bikini das Haus verlassen haben, womöglich nicht wiederkommen, um ihren Einkauf im Kaufhof fortzusetzen. Mit dem Angebot bei Karstadt kann man aber nicht mithalten. Auch die Flächen für Damen- und Herrenmode sowie Haushaltsartikel wirken bei Karstadt größer oder jedenfalls geräumiger, sogar für zwei Cafés mittendrin ist noch Platz. So geht abermals ein Punkt an Karstadt.

          Weitere Themen

          „Die Großen sind da und greifen uns an“

          Digitalisierung im Handel : „Die Großen sind da und greifen uns an“

          Der Großhandel soll digitaler werden. Dafür arbeitet der BGA mit dem Digitalverband Bevh zusammen. Im Gespräch erzählen die beiden Präsidenten, wie sich Unternehmen gegen Amazon durchsetzen können und weshalb die Industriestrategie von Altmaier nicht die Lösung sein kann.

          EKG für unterwegs Video-Seite öffnen

          Infarkt oder nicht? : EKG für unterwegs

          Eine App fürs Handy und ein Kabel mit Elektroden - Cardiosecur hat ein mobiles EKG entwickelt. Gründer und Geschäftsführer Markus Riemenschneider erklärt im Video, wie das Ganze funktioniert.

          Topmeldungen

          Tipp von Achim Wiese: Nach dem Sonnen erstmal langsam abkühlen und nicht direkt ins Wasser springen.

          Tipps zur Badesaison : „Eltern müssen mit ins Wasser“

          Mit dem Sommer hat auch die Badesaison begonnen. Einfach so ins Wasser springen sollte man aber nicht: Achim Wiese vom DLRG erklärt, worauf große und kleine Badegäste achten müssen und welches Gewässer am gefährlichsten ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.