https://www.faz.net/-gzg-8ayzf

Durch schärfere Regeln : Weniger Waffen in Hessen

  • Aktualisiert am

Die Hand an der Waffe: Die Zahl der „kleinen Waffenscheine“ nimmt in Hessen allerdings zu. Bild: dpa

In Hessen gibt es deutlich weniger erfasste Waffen als im Vorjahr. Als Grund für diese Entwicklung vermuten Experten eine verschärfte Regelung im Waffengesetz.

          1 Min.

          Die Zahl der erfassten Waffen und der Waffenscheine ist in Hessen deutlich gesunken. Ende Oktober waren im Land noch 448.383 Waffen legal in privater Hand und damit rund 8000 weniger als zum Vorjahreszeitraum, wie das Innenministerium in Wiesbaden mitteilte. Bei den Waffenscheinen gab es einen ähnlichen Trend. Die Genehmigungen für das Führen von scharfen Waffen nahmen im Jahresvergleich um 180 auf derzeit 469 ab. Bei den Waffenbesitzkarten habe es einen Rückgang um rund 1200 auf 166.355 gegeben.

          Zunahme bei den kleinen Waffenscheinen

          Ein Grund für die Entwicklung könnte nach Einschätzung der Experten aus dem Innenministerium eine im Waffengesetz neu eingeführte Bringschuld sein: Nach Paragraf 36 muss der Besitzer der Behörde nachweisen, dass er für einen sicheren Aufenthaltsort seiner Waffe sorgt. Da diese Vorgabe auch Kosten wegen einer möglichen Nachrüstung verursachen kann, sei es denkbar, dass Besitzer deshalb ihre Waffe aufgeben, teilte das Ministerium mit.

          Bei den kleinen Waffenscheinen, die zum Tragen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen berechtigen, und den Waffenbesitzkarten für Sportschützen wurde dagegen eine Zunahme registriert. 23.334 kleine Waffenscheine gibt es laut Innenministerium derzeit (2014: 22.352) im Land. Bei den Sportschützen sei die Zahl der Waffenbesitzkarten um rund 300 auf 23.756 geklettert. Eine separate Statistik zur Entwicklung bei den Jägern lag dem Ministerium nicht vor.

          Wer in Deutschland bestimmte Schusswaffen erwerben und besitzen will, benötigt in der Regel zumindest eine Waffenbesitzkarte. In der Praxis sind das meist Sportschützen, Jäger oder Waffensammler. Die Antragsteller müssen Vorgaben wie eine persönliche Eignung erfüllen sowie die nötige Sachkunde nachweisen. Deutlich seltener werden Waffenscheine ausgestellt, die auch zum Führen der Schusswaffe in der Öffentlichkeit berechtigen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Leonardos „Heiliger Hieronymus in der Wildnis” blieb um 1480 unvollendet.

          KI im Kunsteinsatz : Großreinemachen

          Mit Hilfe künstlicher Intelligenz wird Shakespeare sortiert und Beethoven vollendet. Werke von Leonardo und Cézanne, Kafka und Musil, Mahler und Musil warten schon. Wohin soll das führen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.